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              KLIMASTATION ENGSTINGEN: DAS WETTERJAHR 2016

 

WARMES WETTERJAHR - TROCKENHEIT IN DER 2. JAHRESHÄLFTE -

HITZEWELLE IM SPÄTSOMMER - WINTER KONNTE KAUM FUSS FASSEN -

WÄRMSTER SEPTEMBER SEIT 29 JAHREN - JAHRHUNDERTTROCKENHEIT

IM DEZEMBER

Nach den zwei bislang wärmsten Jahren folgte nun ein weiteres Jahr mit sehr viel Wärmeplus. 11 Monate waren wärmer als normal, nur der Oktober hatte ein Wärmedefizit. So reiht sich das Wetterjahr 2016 auf Platz 4 in Sachen Temperatur ein. Wärmer war es nur 2014, 2015 und 1994. Es war nicht so sonnig wie im Vorjahr, mit 1698 Stunden wurden dennoch 5 % mehr als normal registriert. Dagegen blieben die Niederschläge durch eine ziemlich trockene zweite Jahreshälfte mit nur 843 mm (89 %) unterdurchschnittlich. Sowohl der Winter 2015/16, als auch bislang der Winter 2016/17 konnten nie richtig Fuss fassen. Die Schneetage und auch die Schneemengen blieben deshalb deutlich unter den langjährigen Werten.

Statt Hochwinter startete das Jahr mit einem ziemlich milden Januar. Viel Wind und Nässe brachten die insgesamt 16 Tiefs von der atlantischen Wetterküche. Auch etwas Winter gab es, aber nur eine Woche lang vom 15.-23. In dieser Zeit lagen ca. 15-20 cm Schnee, in den Nächten traten Starkfröste bis –15.2°C am 18. auf. Schon richtig frühlingshaft war die letzte Januarwoche mit Nachmittags-temperaturen bis zu 14.0°C am 26. Auch im Spätwintermonat Februar vertrieb die unruhige milde atlantische Wetterküche mehrfach die dünnen Schneedeckenansätze. Im zweitwärmsten Winter seit Wetteraufzeichnungen blieben Wintersportaktivitäten daher fast vollständig aus.

Der Frühlingsauftakt verlief im März eher kühl mit einigen Schneetagen. Ab der Monatsmitte wurden dann aber nachmittags zweistellige Plusgrade notiert. Gegen Monatsende nahm der Tiefdruckeinfluss wieder zu, bei milden Temperaturen fiel Regen. Am Monatsletzten wurde mit einer Höchsttemperatur von 19.7°C die 20°-Marke nur knapp verfehlt. Wie der März, so hatte auch der April nur ein kleines Wärmeplus. Im typisch wetterwendischem Frühlingsmonat gab es Regen, Graupel, Schnee, Gewitter und sogar kleine Hagelkörner am 12. Am 28. lag letztmals Schnee. Zuvor begann bereits am 19., ca. 8 Tage früher als normal, die flächendeckende Blüte des Löwenzahns.

Die sog. Eisheiligen haben sich im Wonnemonat Mai nicht blicken lassen, stattdessen gab es be-sonders gegen Monatsende hin subtropische Eigenschaften. Das tagelang sich drehende Tief „ELVIRA“ brachte zum Teil Starkregenfälle. Am 29. Mai fielen 45 mm. Es war zu dieser Zeit schon frühsommerlich warm mit Nachmittagswerten über 20°C. Am 22. wurde mit 25.5°C der erste Sommer-tag des Jahres notiert. Geprägt vom Frühsommermonsun war der Juni. Durch 14 Tiefs gab es 25 Re-gentage. Kein stabiles Sommerhoch war vorhanden, dennoch schaffte eine kleine Hitzewelle vom 22.-24. die 30°-Marke. Der Juli war recht warm, ein stabiles Sommerhoch war aber auch hier nicht anzutreffen. Abgesehen von einem kleinen Sommerloch zur Monatsmitte, waren aber etliche sonnige Tage mit Temperaturen von 25-30°C vorhanden. Das schöne Bade- und Freizeitwetter wurde aber mehrfach durch Regenschauer und Gewitter unterbrochen. Deutlich weniger Gewitteraktivitäten gab es im Spätsommer, der entsprechend ziemlich trocken war. Ab dem 13. August trat dann richtiges

Sommerwetter auf. Für dessen Höhepunkt mit einer richtigen Hitzewelle war das Hoch „GERD“ verantwortlich. In der heißesten Woche des Jahres stiegen die Temperaturen vom 26.-28. auf 30-31°C an. Altweibersommer pur, so hieß es dann auch noch im ersten Herbstmonat September. Bis zur Monatsmitte herrschte sonniges und warmes Badewetter bei 23-29°C. Auch bis zum Monatsende hin war es mit 18-23°C noch angenehm warm. Schließlich wurde es der wärmste September seit 29 Jahren und mit nur 26 mm Niederschlag auch einer der trockensten. Kontrastprogramm dann im Oktober: viel zu kühl und zu trüb war es um das Prädikat „Goldener Oktober“ sich zu verdienen.   

Es fiel zwar kein Schnee, die zeitweiligen Regenfälle fanden aber meist bei Temperaturen von nur     4-7°C statt. Erst in der letzten Oktoberwoche gab es durch das Hoch „QUINN“ wenigstens noch einen kleinen Hauch vom Goldenen Oktober. Durch die sich zum Teil nur zäh auflösenden Nebelfelder verschaffte sich die Spätherbstsonne doch noch einige Lichtblicke. Dennoch war der Oktober der einzige Monat des Jahres mit einem Wärmedefizit. Auch im November war es mehr grau als blau. Die ersten Tage waren noch ziemlich mild, vom 7.-13. erfolgte dann ein erstes frühwinterliches Intermezzo. Die dünne Schneedecke war zur Monatsmitte bereits wieder verschwunden, die Temperaturen stiegen nachmittags erneut über die 10°-Marke an. In der letzten Novemberdekade fand ein ruhiges Spätherbstwetter seine Fortsetzung. Zunächst dominierten Nebel und Hochnebel, dann folgten sonnige trockenkalte Tage. Der letzte Jahresmonat Dezember war mild und sonnig und hatte nur wenige winterliche Eigenschaften. Nur am 2. gab es kurzzeitig eine ganz dünne Neuschneedecke, ansonsten blieb es wie im Vorjahr schneelos mit Grünen Weihnachten. Herausragend war jedoch die Rekordtrockenheit mit nur 7 mm Niederschlag. Zusammen mit dem Dezember 1963 war es der trockenste Dezember auf der Mittleren Alb seit mehr als 100 Jahren. Der Jahreswechsel vollzog sich bei sternenklarem Himmel und –7°C.   

 

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          TEMPERATUR        NIEDERSCHLAG       SONNE

 

JANUAR   :   0.6°C (+2.7°)   101 mm (168 %)   62 STD. (140 %)

 

FEBRUAR  :   2.0°C (+3.0°)    77 mm (136 %)   45 STD. ( 67 %)

 

MÄRZ     :   2.3°C (+0.3°)    55 mm ( 92 %)       123 STD.     (103 %)

 

APRIL    :   6.5°C (+0.6°)    98 mm (115 %)  140 STD. ( 90 %)

 

MAI      :  11.5°C (+1.1°)   126 mm (123 %)  192 STD. ( 96 %)

 

JUNI     :  15.7°C (+2.1°)   106 mm ( 88 %)  164 STD. ( 81 %)

 

JULI     :  17.3°C (+1.6°)    71 mm ( 76 %)         251 STD.    (114 %)

 

AUGUST   :  16.7°C (+1.6°)    49 mm ( 47 %)  253 STD. (124 %)

 

SEPTEMBER:  14.7°C (+2.7°)    26 mm ( 40 %)  206 STD. (123 %)

 

OKTOBER  :   6.9°C (-0.7°)    53 mm ( 86 %)  104 STD. ( 83 %)

 

NOVEMBER :   2.8°C (+0.5°)    73 mm (101 %)   50 STD. ( 83 %)

 

DEZEMBER :   0.0°C (+0.9°)     7 mm ( 11 %)  109 STD. (247 %)   

 

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JAHR 2016:   8.1°C (+1.4°)   843 mm ( 89 %) 1698 STD. (105 %)

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           KLIMASTATION ENGSTINGEN: DAS WETTERJAHR 2015

 

     ZWEITWÄRMSTES JAHR SEIT TEMPERATURMESSBEGINN

    HITZEWELLEN IM ZWEITWÄMSTEN SOMMER SEIT ÜBER 100 JAHREN

FRÜHLING IM NOVEMBER UND DEZEMBER – KEIN SCHNEE IM DEZEMBER

 

In Deutschland gibt es seit ca. 135 Jahren ein flächendeckendes Wetterstationsnetz. Die Klimastation in Engstingen existiert seit 1987. An fast allen Stationen wurde 2015 die zweithöchste Jahres-mitteltemperatur ermittelt. Nur 2014 war es noch etwas wärmer. 9 Monate hatten heuer einen Temperaturüberschuss, nur im Februar, September und Oktober registrierte man ein Wärmedefizit.

Winter herrschte im Januar zu Monatsbeginn und zu Monatsende, dazwischen gab es ein etwa zehntägiges „Schneeloch“ mit Vorfrühlingswetter. Knackig kalte Frostnächte bei tagsüber guten Wintersportmöglichkeiten durch viel Schnee und Sonne lieferte dann der Spätwinter im Februar und Anfang März. Mitte März war es tagsüber bereits frühlingshaft mild, nachts hingegen immer noch frostig kalt. Die Luft war ziemlich trocken, fast 3 Wochen lang blieb es weitgehend niederschlagsfrei. Erst gegen Monatsende brausten einige Tiefs vom Atlantik heran. Am Monatsletzten erreichten die Spitzenböen von Sturmtief „NICKLAS“  ca. 90 km/h auf der Albhochfläche. 8 cm Neuschnee fielen am 1. April auf der Rückseite des Tiefs in Verbindung mit einem Frontgewitter. Es war der letzte Schnee des Winters 2014/15.

Einige Frühlingshochs mit Schönwetterperioden bestimmten lange Zeit das weitere Wettergeschehen. Die Vegetation war ihrer Zeit trotz der Trockenheit um etwa 5 Tage voraus. Am 23. April begann die flächendeckende Löwenzahnblüte. Was sich viele vom Wonnemonat Mai versprochen hatten, hielt der letzte Frühlingsmonat dann leider nicht. Die sog. „Eisheiligen“ mit den gefürchteten Spätfrösten blieben zwar aus, doch in den milden und wieder feuchten Luftmassen zeigte sich die Sonne deutlich weniger als im Vormonat April. Profitieren konnte jedoch die Vegetation, denn die trockenen Böden erhielten nun die notwendige Grundfeuchte für den Sommer. Dieser startete dann bereits in der ersten Junidekade mit einer ersten kleinen Hitzeperiode. 29°C wurden am 8.+9. gemessen, es folgten aber bald die ersten stärkeren Gewitter. Zur Zeit der Sommersonnwende hatten die Tiefs wieder die Ober-hand und es fiel einige Tage lang anhaltender Landregen. Zehn Tage lang wurde auf der Albhoch-fläche die 20°C-Marke nicht mehr erreicht. Am Monatsende deutete sich aber dann der Aufbau eines richtigen Sommerhochs über ganz Mitteleuropa an. Hoch „ANNELI“ und ihre Kolleginnen hinterließen Hitzewellen im drittwärmsten Juli seit 100 Jahren. An 9 Tagen wurde die Hitzetagsmarke von 30°C überboten, der Jahreshöchstwert wurde am 5. Juli mit 33.7°C gemessen. Durch fehlende Nieder-schläge trocknete die Karstlandschaft zusehends aus. Bei über 300 Stunden Julisonne waren die Freibäder oftmals gut besucht. Starke Gewitter (52 mm Regen in Engstingen) mit örtlichem Hagel und frische Meeresluft unterbrachen den Hochsommer dann für ca. eine Woche. Doch bereits mit Beginn des August kam er nochmals voll und ganz zurück. Weitere 7 Heisse Tage mit Temperaturen bis zu 33°C folgten. Nach 2003 war es der zweitwärmste August seit über 100 Jahren auf der Mittleren Alb. Auch der gesamte met. Sommer 2015 von Anfang Juni bis Ende August konnte sich dieses Prädikat verdienen. Trotz der reichlichen Hitze gab es 2015 nur 24 Tage mit Gewitter (normal 35).

Eigentlich nicht verwunderlich war, dass der Herbst 2015 in punkto Wärme und Sonne zunächst keine großen Akzente mehr setzen konnte. Im trockenen September und Oktober war es etwas kühler als normal, die Sonne blieb sogar deutlich hinter den langjährigen Mittelwerten zurück. Dann zeigte ab Anfang November der Spätherbst plötzlich seine andere Seite. Drei Wochen lang herrschte ein Wetter wie mitten im Frühling, einige Frühlingsblumen begannen sogar wieder zu blühen. Am 21. November stand aber dann urplötzlich der Frühwinter vor der Tür. Innerhalb von nur 1 Stunde fielen im dichten Schneegestöber 3-4 cm Neuschnee. Gegen Monatsende hin deutete sich dann mit stürmischen Windböen von 80-90 km/h eine erneute Umstellung der Großwetterlage an. Kaum zu glauben aber wahr: Im gesamten Dezember 2015 war kein Schnee weit und breit zu sehen. Nicht einmal eine  Schneeflocke konnte auf der Albhochfläche beobachtet werden. Ein weiterer richtiger Frühlingsmonat war die Folge der ständig vorherrschenden südwestlichen Luftströmung vom Atlantik her. An 13 Ta-gen wurde tagsüber die 10°C-Marke übertroffen, nachts und frühmorgens gab es nur leichte Fröste. Es war der wärmste und gleichzeitig auch sonnigste Dezember seit über 100 Jahren in der gesamten Region. Am Jahreswechsel wurde es tagsüber zwar wieder kälter, doch vom Winter war immer noch nichts zu sehen.

Mit einer mittleren Temperatur von 8.3°C war das Jahr 2015 um 1.6° wärmer als normal. Die Sonne schien 1958 Stunden lang (121 %). Niederschlagsjahresmenge: 886 mm (94 %).  

 

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  KLIMASTATION ENGSTINGEN: WETTERJAHR 2015                -2-      

          TEMPERATUR      NIEDERSCHLAG       SONNE

 

JANUAR   :   0.4°C (+2.5°)   114 mm (189 %)   43 STD. ( 97 %)

 

FEBRUAR  :  -2.8°C (-1.8°)    36 mm ( 64 %)  104 STD. (152 %)

 

MÄRZ     :   3.5°C (+1.5°)    66 mm (111 %)      172 STD.      (143 %)

 

APRIL    :   7.1°C (+1.2°)    89 mm (105 %)  237 STD. (152 %)

 

MAI      :  11.7°C (+1.3°)   106 mm (102 %)  188 STD. ( 94 %)

 

JUNI     :  15.4°C (+1.8°)    93 mm ( 77 %)  213 STD. (104 %)

 

JULI     :  19.5°C (+3.8°)    78 mm ( 84 %)          302 STD.      (137 %)

 

AUGUST   :  18.1°C (+3.0°)   103 mm ( 97 %)  242 STD. (118 %)

 

SEPTEMBER:  10.8°C (-1.2°)    56 mm ( 84 %)  159 STD. ( 94 %)

 

OKTOBER  :   7.1°C (-0.5°)    27 mm ( 44 %)   68 STD. ( 55 %)

 

NOVEMBER :   5.7°C (+3.4°)    88 mm (123 %)  116 STD. (193 %)

 

DEZEMBER :   3.1°C (+4.0°)    31 mm ( 50 %)  116 STD. (264 %)   

 

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JAHR 2015:   8.3°C (+1.6°)   886 mm ( 94 %) 1958 STD. (121 %)

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           KLIMASTATION ENGSTINGEN: DAS WETTERJAHR 2014

 

 WÄRMSTES JAHR SEIT TEMPERATURMESSBEGINN

 

ERSTES HALBJAHR MIT VIEL SONNE UND REKORDTROCKENHEIT

        IM ZWEITEN HALBJAHR GAB ES VIEL NIEDERSCHLAG

 

WÄRMSTER MÄRZ SEIT 20 JAHREN – HITZEREKORD AN PFINGSTEN

      HOCH- UND SPÄTSOMMER FIELEN INS WASSER – STURMTIEF

       „GONZALO“ IM OKTOBER – SEHR SPÄTER WINTERBEGINN

 

In Deutschland gibt es seit ca. 135 Jahren ein flächendeckendes Wetterstationsnetz. Die

Klimastation in Engstingen existiert seit 1987. An allen Stationen wurde 2014 die höchste Jahresmitteltemperatur ermittelt. 11 Monate hatten einen Temperaturüberschuss, nur im August registrierte man ein Temperaturdefizit.

Das Jahr startete mit einem der wärmsten Januare seit 30 Jahren. Erst in der letzten Januar-

woche zog der Winter ein mit einer Schneedecke von 5-8 cm. Schon in der ersten Februarwoche war die Schneedecke nahezu wieder abgeschmolzen. Die spärlichen Wintersportaktivitäten waren somit sehr früh beendet. Der Winter 2013/14 war der zweitwärmste Winter auf der Alb seit 100 Jahren. Nach dem Winter 1989/90 auch der zweitschneeärmste Albwinter seit 65 Jahren. Im März war Frühling pur angesagt. Es war der sonnigste Frühlingsauftakt seit 61 Jahren, der trockenste seit 25 Jahren und der Wärmste seit 20 Jahren. Auch im ansonsten eher wetterwendischen April war es

ziemlich trocken und schon recht warm. Saharastaub trübte vom 3.-5. den blauen Himmel. Trotz der Trockenheit begann bereits am 10. April die flächendeckende Löwenzahnblüte (normal 27. April). Einen kalten Hauch von verfrühten „Eisheiligen“ gab es dann in der ersten Maiwoche. Aprilwetter mit Gewitter, Graupelschauer, Sonne und Wolken im raschen Wechsel herrschte dann zur Monatsmitte. Den ersten Wärmehöhepunkt des Jahres präsentierte der Wonnemonat Mai am 21. und 22. mit Sommertagstemperaturen von 25-26°C. Der Frühsommer startete in der zweiten Juniwoche mit einer richtigen Hitzewelle. Über Pfingsten (8.+9.6.) wurden Rekord-Hitzegrade von 32-33°C gemessen.

Reichlich Sonnenschein und weitere extreme Trockenheit kennzeichneten den weiteren Frühsommerverlauf . Mit nur 319 mm Niederschlag (normal 485) war es das trockenste Halbjahr seit Messbeginn. Im Juli startete der Hochsommer mit richtigem Achterbahnwetter. Ganz Mitteleuropa befand sich nun nach den vielen Hochs in einer sog. Trogwetterlage. Immer wieder strömten feuchte Luftmassen vom Nordatlantik nun auch in unsere Region und gestalteten den Wetterablauf ziemlich unbeständig. Zahlreiche Gewitter entluden sich nun und brachtem dem Juli eine stolze Regenmenge von 206 mm. Nach dem Juli 2011 (212 mm) war es der nasseste Juli seit langer Zeit. Noch weniger sommerliches

hatte dann der Spätsommer im August zu bieten. Vom 11.-27. wurde die 20°-Marke nicht erreicht. 21 Regentage und unterdurchschnittliche Temperaturen vermiesten gründlich die Haupturlaubszeit. Nach dem Durchschnittssommer fand leider auch keine „Sommerverlängerung“ im September statt. Anstatt „Altweibersommer“ gab es wenig Frühherbstsonne und reichlich Regen. Am 23. wurde der erste Bodenfrost mit –2.4°C gemessen, die Vegetation stellte sich auf die kalte Jahreszeit ein. Der mittlere Herbstmonat Oktober zeigte sich sehr mild, jedoch überdurchschnittlich feucht mit nur

sporadischen „Goldenen Oktober“ Tagen. Der erste Herbststurm in unserer Region resultierte aus einem Ex-Hurrikan. „GONZALO“ brauste am 21. mit Spitzenböen von 90-95 km/h über die Albhoch-fläche. Bis auf einige nasse Schneeflocken am 22. gab es noch keine frühwinterlichen Vorboten.

Keine einzige Schneeflocke gab es auch im November und lediglich in 5 Nächten wurde leichter Frost gemessen. Tiefs dominierten im Spätherbst mit sehr feuchtmilder Atlantikluft. Die extrem hohe Luftfeuchte mit 20 Nebeltagen verhinderte ein Abtrocknen der nassen Böden nach den Regenfällen. Da es in den letzten Novembertagen doch etwas kälter wurde, bildete sich auf der Alb in Lagen oberhalb von 750 m NN zum Teil extremer Raureif, der örtlich (besonders auf der Münsinger Alb) zu Ast- und Baumbruch führte.

Der letzte Jahresmonat Dezember war über 3 Wochen lang aussergewöhnlich mild und hatte kaum winterliche Eigenschaften. Bis zur Monatsmitte war es tagsüber häufig trüb, viele Nächte hatten Nebel. Bis zum 25. dominierten die Plusgrade, dann wurden am 26. aus Grünen Weihnachten doch noch Weisse Weihnachten. Über Nacht fielen immerhin 12 cm Neuschnee und verwandelten die Alb in eine richtige Winterlandschaft. Nach weiteren Schneefällen erhöhte sich die Schneedecke bis zum Jahresende auf immerhin 30 cm. Die Wintersportler kamen nach langer Zeit nun für einige Tage zum Zuge. Am 29.12. wurde die kälteste Temperatur des Jahres mit –21.0°C gemessen. 

Klimabilanz 2014 (Klimastation Engstingen, 705 m NN):

Mit einer mittleren Jahrestemperatur von 8.7°C war das Jahr 2014 um 2° wärmer als normal. Die bislang wärmsten Jahre waren 1994 mit 8.2°C, 2011 mit 8.1°C und 2007 mit 8.0°C. Durch den Durchschnittssommer wurden jedoch nur 15 Sommertage (25°C) registriert (normal 18). Dafür gab es anno 2014 nur 5 Tage mit Dauerfrost. Es waren die wenigsten Eistage seit mindestens 65 Jahren auf der Alb. Sonne und Niederschlag hatten zwei grundverschiedene Jahreshälften, die sich am Jahresende fast völlig ausglichen. Sonne: 1613 Stunden (100 %), Niederschlag: 951 mm (101 %).

 

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  KLIMASTATION ENGSTINGEN: WETTERJAHR 2014:

 

          TEMPERATUR       NIEDERSCHLAG      SONNE

 

JANUAR   :   1.7°C (+3.8°)    56 mm ( 94 %)   48 STD. (110 %)

 

FEBRUAR  :   2.6°C (+3.6°)         45 mm ( 79 %)           86 STD.     (126 %)

 

MÄRZ     :   5.2°C (+3.2°)    21 mm ( 35 %)  208 STD. (173 %)

 

APRIL    :   8.6°C (+2.7°)    55 mm ( 64 %)  150 STD. ( 96 %)

 

MAI      :  10.6°C (+0.2°)    83 mm ( 81 %)  193 STD. ( 97 %)

 

JUNI     :  15.1°C (+1.5°)    59 mm ( 49 %)  253 STD. (124 %)

 

JULI     :  16.7°C (+1.0°)        206 mm   (222 %)     179 STD.     ( 81 %)

 

AUGUST   :  13.8°C (-1.3°)   116 mm (109 %)  171 STD. ( 84 %)

 

SEPTEMBER:  12.6°C (+0.6°)    82 mm (123 %)  121 STD. ( 72 %)

 

OKTOBER  :  10.4°C (+2.8°)    88 mm (144 %)  119 STD. ( 96 %)

 

NOVEMBER :   5.2°C (+2.9°)    62 mm ( 87 %)   63 STD. (105 %)

 

DEZEMBER :   1.4°C (+2.3°)    78 mm (126 %)   22 STD. ( 50 %)   

 

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JAHR 2014:   8.7°C (+2.0°)   951 mm (101 %) 1613 STD. (100 %)

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   KLIMASTATION ENGSTINGEN: DAS WETTERJAHR 2013

 

TRÜBSTER FRÜHLING SEIT ÜBER 100 JAHREN – WONNEMONAT MAI MIT REGENFLUT - JULIHITZE - HAGELBROCKEN IM AUGUST - TRÜBER UND NASSER HERBST – FRÜHLINGSWETTER AM JAHRESENDE

IM JULI HEIZTEN „XENIA“ UND „YASMIN“ KRÄFTIG EIN

 

Wie bereits in den Vorjahren, hatte auch das Wetterjahr 2013 einige Besonderheiten und rekordverdächtige Messungenzu bieten. Nach einem schneereichen Spätwinter war lange Zeit

besonders das sehr große Sonnenscheindefizit ein Thema. Oft war es im Frühjahr trüb und nass, der Wonnemonat Mai endete im großen Dauerregen. Erst der Sommer 2013 brachte dann besonders im Juli viel Sonne und Hitze. Zunächst gab es kaum Gewitter, dann aber hatten die lokalen Hitzegewitter richtiges Unwetterpotential. Der milde Herbst war sehr nass und hatte wenige richtige Sonnentage. Ab dem 10. November startete der Winter mehrfach bis zum Jahresende hin einige Versuche, konnte sich aber nicht etablieren. Die Skilifte standen still. An Weihnachten und am Jahresende herrschte sogar tagelang richtiges Frühlingswetter.

Mit dem trübsten Januar seit 36 Jahren startete das Jahr 2013. Besonders in der ersten Monatsde-dekade war es frühlingshaft. Am 11. Januar meldete sich dann der Winter wieder zurück. Es folgte ein richtiger Wintermonat Februar mit Schnee und spätwinterlicher Kälte. Die Wintersportler kamen bis in den März hinein voll auf ihre Kosten. Meist lagen auf der Mittleren Alb 20-25 cm Schnee, am 9. Februar erreichte die Schneedecke mit 40 cm ihren Höhepunkt. Auch Ende März (Ostern) wurde es nochmals Weiß, dann verabschiedete sich der Spätwinter. Der April wurde seinem Ruf zwar gerecht, hatte aber trotz 13 Tage ohne Sonne in der Monatsmitte mit 23°C bereits einen Hauch von Früh- sommer. Auch im Wonnemonat Mai fanden die trüben Tage eine Fortsetzung. Zudem regnete es immer mehr, da nur 1 Hoch, aber insgesamt 13 Tiefs über unsere Region zogen und ihre Regen-frachten abluden. Am 30. Mai begann mit Tief „FREDERIK“ ein ca. 60-stündiger Dauerregen mit einer rekordverdächtigen Menge von 138 mm. Vom Hochwasser, das in der gesamten Region zu vielen

Schäden führte, blieb man in Engstingen verschont. Der Frühsommer hatte im Juni zwar eine erste kleine Hitzewelle, aber kein stabiles Sommerhoch. Erst die beiden kräftigen Hochs „XENIA“ und „YASMIN“ heizten im Juli dann richtig ein. Am 27. Juli wurde mit 33.3°C die höchste Jahrestemperatur gemessen. Die Sonne schien im Juli 318 Stunden lang (220 %) und der Hochsommermonat war der wärmste seit 7 Jahren. Bis zu diesem Zeitpunkt war das Jahr 2013 extrem gewitterarm. In den feuchtheißen Luftmassen bildeten sich dann jedoch an einigen Tagen lokale Hitzegewitter, die örtlich dann sogar Unwetterpotential hatten. Die erste markante Gewitterfront zog am 28. Juli nördlich an Engstingen vorbei, am 06. August fielen bei der nächsten starken Gewitterlinie zum Teil richtige Hagelbrocken von 5-6 cm im Durchmesser. Im Zentrum des Unwetters wurden in Sonnenbühl Hagelklumpen von 10-13 cm Durchmesser angetroffen. Ein rekordverdächtige Brocken von 14 cm Durchmesser wog 360 Gramm! Der Spätsommer endete im August mit subtropischen Wärme- und Nässeeigenschaften. Kaum Altweibersommer mehr dann im September, in dem es ziemlich nass, trüb und neblig war. Es folgte auch kein goldener Oktober. Es war zwar ziemlich mild, jedoch regnete an 21 Tagen und die Sonne hatte kaum Gelegenheit sich durch die Wolken der vielen Tiefs einen Platz zu schaffen. Mit Spitzenböen von 70-75 km/h fegte das kräftigste Sturmtief „CHRISTIAN“ durch den herbstlichen Blätterwald. Auch im November war Sonne Mangelware. Vom 12.-24. gab es mit Ausnahme des 18. eine fast zweiwöchige Auszeit. Einem milden Spätherbstauftakt folgten ab dem 10. dann die ersten frühwinterlichen Startversuche. Bis zum Jahresende gab es immer wieder einige Tage mit einer dünnen Schneedecke von meist nur 3-5 cm, am 7. Dezember waren es kurzzeitig 8 cm. So blieb es im vorfrühlingshaftem Dezember eher bei einer grünen als weißen Landschaft. Auch am Jahreswechsel war noch kein Übergang zu richtigem Winterwetter abzusehen.

Mit einer mittleren Temperatur von 7.2°C war das Jahr 2013 um 0.5° wärmer als normal (2012: 7.6°C). Nur in den Monaten Februar, März und Mai gab es Temperaturdefizite. Niederschlag: 1135 mm (120 %). Sonne: 1538 Stunden (95 %). Gewitter: 15 Tage (normal 35).

 

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KLIMASTATION ENGSTINGEN: WETTERJAHR 2013                      

 

              TEMPERATUR     NIEDERSCHLAG       SONNE

 

JANUAR   :        -0.4°C (+1.7°)                52 mm ( 86 %)           27 STD. ( 61 %)

 

FEBRUAR  :      -2.7°C (-1.7°)               123 mm (215 %)          40 STD. ( 59 %)

 

MÄRZ     :           0.2°C (-0.8°)                 50 mm ( 83 %)          106 STD. ( 89 %)

 

APRIL   :            6.6°C (+0.7°)                74 mm ( 87 %)          106 STD. ( 68 %)

 

MAI     :              9.0°C (-1.4°)               194 mm (188 %)         123 STD. ( 61 %)

 

JUNI     :           14.2°C (+0.6°)               99 mm ( 82 %)           201 STD. ( 98 %)

 

JULI     :            18.2°C (+2.5°)               66 mm ( 70 %)           318 STD. (145 %)

 

AUGUST   :       15.7°C (+0.6°)             104 mm ( 98 %)          218 STD. (107 %)

 

SEPTEMBER:   12.1°C (+0.1°)            128 mm (193 %)           150 STD. ( 90 %)

 

OKTOBER :         9.4°C (+1.8°)              95 mm (155 %)          110 STD. ( 89 %)

 

NOVEMBER :       2.7°C (+0.4°)             97 mm (135 %)            47 STD. ( 78 %)

 

DEZEMBER :       1.2°C (+0.9°)              55 mm ( 89 %)            92 STD. (210 %)  

 

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JAHR 2013:          7.2°C (+0.5°)         1135 mm (120 %)       1538 STD. ( 95 %)

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       KLIMASTATION ENGSTINGEN: DAS WETTERJAHR 2012

 

KÄLTESTER FEBRUAR SEIT 26 JAHREN – WÄRMSTER MÄRZ SEIT 18 JAHREN – SONNIGSTER MÄRZ SEIT 1953 - APRIL MIT OSTERSCHNEE UND SAHARAHITZE – ACHTERBAHNWETTER IM MAI – DURCHSCNITTLICHER HOCHSOMMER – WÄRMSTER AUGUST SEIT 9 JAHREN – GOLDENER OKTOBER MIT FRÜHWINTER – REKORDSCHNEE IN DER ERSTEN DEZEMBERHÄLFTE – WEIHNACHTEN MIT REKORDWÄRME

 

Wie in jedem Jahr lieferte das Wetter in unseren Breiten auch 2012 eine reichhaltige Palette.

Insgesamt wurde unsere Region dabei von 57 Hochs und immerhin 135 Tiefs beeinflusst.

Der vergangene Winter erlebte im Februar mit reichlich Schnee und sibirischer Kälte seinen

Höhepunkt. Sehr mild und sonnig startete der Frühling dann im März, gefolgt von Osterschnee und Saharahitze im April. Im Spätfrühling im Mai und auch im Frühsommer im Juni gab es Achterbahnwetter mit verspäteten Eisheiligen, Schafskälte und Hochsommerhitze. Der Hochsommer war wechselhaft mit nur durchschnittlicher Wärme. Wenigstens brachte dann wärmste August seit 9 Jahren mit 269 Stunden Sonnenschein noch einen schönen Spätsommer. Dem kurzen Altweibersommer im September folgte wechselhaftes Herbstwetter, bis Mitte Oktober der goldene Spätherbst sich zeigte. Ende Oktober hielt aber schon der Frühwinter mit einer dicken Schneedecke seinen Einzug. Nach erneutem Spätherbstwetter im November kam Ende des Monats der Winter mit aller Macht. Die erste Dezemberhälfte war knackig kalt und brachte den meisten Schnee seit 40 Jahren. Intensives Tauwetter und frühlingshaftes Wetter dominierten dann in den letzten beiden Dezemberwochen. An Weihnachten war es außergewöhnlich mild und hatte am 24. mit 16.2°C einen absoluten Dezemberrekord.

Der Winter hatte im Januar zunächst kein richtiges Standbein. Westwetterlagen mit milder Luft bestimmten über 3 Wochen lang das Wettergeschehen. Erst gegen Monatsende machte ein sibirisches Kältehoch sich breit. Das Eisschrankwetter hielt die ersten beiden Februardekaden an. In einigen Starkfrostnächten wurden dabei -20°C bis -23°C gemessen. Die Wintersportler kamen aber in dieser Zeit voll auf ihre Kosten, da es tagsüber nur wenige Minusgrade hatte. Obwohl es in der letzten Februardekade frühlingshaft mild mit Tauwetter war, blieb es der kälteste Februar seit 26 Jahren. Der Hauch des Vorfrühlings fand auch im März seine Fortsetzung. Nur noch 2 Schneetage wurden verzeichnet, dafür aber 200 Stunden Sonnenschein. Es war der sonnigste März seit 59 Jahren. Auf das stabile Hochdruckwetter folgten im April fast erwartungsgemäß die wechselhaften Tiefs. Zunächst war es kalt und an Ostern lag eine dünne Schneedecke. Ab der Monatsmitte gab es einen deutlichen

Vegetationsschub, so dass die flächendeckende Löwenzahnblüte in 700 bis 750 m Seehöhe fast wie normal am 25. begann. Ein absoluter April-Temperaturrekord mit 28°C gab es nur 3 Tage später durch eine warme Südströmung mit einer Ursprungsluft aus der Sahara. Der Wonnemonat Mai glich einer Achterbahn mit sowohl warmen Tagen und Maikäferflug, als auch den sog. Eisheiligen mit den gefürchten Bodenfrösten zur Monatsmitte. Im Frühsommer wartete man dann leider vergeblich auf das erste stabile Sommerhoch. 13 Tiefs gestalteten den Sommer für lange Zeit daher recht wechselhaft. Auch im Juli bewegte sich der Hochsommer nur auf durchschnittlichem Kurs. Wenigstens gab es daher auch nur normale Gewitter- und Hagelaktivitäten. Erst das Hoch „ACHIM“ brachte im August eine kleine Hitzeperiode und stabiles Spätsommerwetter. Am 20. wurde mit 32°C die Jahreshöchst-temperatur gemessen. Nach einem kurzen Altweibersommer Anfang September zog der Herbst ins Land. Zur Monatsmitte traten die ersten Bodenfröste auf und beendeten damit die Hauptvegetations-

phase. Ansonsten war es im weiteren Herbstverlauf eher wechselhaft mit nur wenigen goldenen Oktobertagen. Ende Oktober zog für einige Tage bereits der Frühwinter mit einer dicken Schneedecke ein. Richtig winterlich wurde es dann einen Monat später, als Ende November starke Schneefälle für ein zeitweiliges Verkehrschaos sorgten. Das Mittelmeerschneetief „HEIKE“ brachte den meisten Schnee zu dieser Jahreszeit seit 24 Jahren. Bis zur Monatsmitte Dezember herrschte Kälte und bei einer Schneehöhe von 20-40 cm kamen die Wintersportler voll auf ihre Kosten. Die Großwetterlage stellte nun aber grundlegend um auf eine intensive Westwetterlage. Das sog. „Weihnachtstauwetter“ liess die prächtige Schneedecke innerhalb von wenigen Tagen auf Schneereste abtauen, so dass es mehr Grün als Weiß an den Feiertagen gab. Besonders an Hl. Abend war es mit dem neuen Dezemberrekorwert von 16.2°C richtig frühlingshaft warm. Bis zum Jahreswechsel blieb es meist vorfrühlingshaft.

Klimabilanz 2012: Mit einer mittleren Temperatur von 7.6°C war das Jahr 2012 um 0.9° wärmer als normal (1961-90). Die Sonne schien 1885 Stunden lang (normal 1612). Niederschlag fiel an 198 Tagen (normal 200) mit einer Jahresmenge von 1033 mm (normal 945).

 

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KLIMASTATION ENGSTINGEN: WETTERJAHR 2012                      

 

         TEMPERATUR     NIEDERSCHLAG       SONNE

 

JANUAR   :   0.1°C (+2.2°)   130 mm (217 %)   58 STD. (132 %)

 

FEBRUAR : -5.4°C (-4.4°)   26 mm ( 45 %) 110 STD. (162 %)

 

MÄRZ     :   5.2°C (+3.2°)   26 mm ( 42 %) 201 STD. (167 %)

 

APRIL   :   6.7°C (+0.8°)   62 mm ( 73 %) 136 STD. ( 87 %)

 

MAI     : 12.8°C (+2.4°)   65 mm ( 63 %) 241 STD. (121 %)

 

JUNI     : 15.4°C (+1.8°)   124 mm (103 %) 205 STD. (101 %)

 

JULI     : 15.7°C ( 0.0°)   106 mm (113 %) 237 STD. (108 %)

 

AUGUST   : 17.2°C (+2.1°)   94 mm ( 89 %) 269 STD. (132 %)

 

SEPTEMBER: 11.6°C (-0.4°)   61 mm ( 93 %) 192 STD. (114 %)

 

OKTOBER :   7.3°C (-0.3°)   83 mm (135 %) 124 STD. (100 %)

 

NOVEMBER :   4.1°C (+1.8°)   129 mm (179 %)   53 STD. ( 88 %)

 

DEZEMBER : -0.0°C (+0.9°)   129 mm (208 %)   59 STD. (135 %)  

 

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JAHR 2012:   7.6°C (+0.9°) 1033 mm (109 %) 1885 STD. (117 %)

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           KLIMASTATION ENGSTINGEN: DAS WETTERJAHR 2011

 

                           JAHRHUNDERTREKORDE:                                                                             SONNIGSTER FRÜHLING – NASSESTER JULI - TROCKENSTER UND SONNIGSTER NOVEMBER – NASSESTER DEZEMBER – WÄRMSTES JAHR

 

Das Wetterjahr 2011 brachte unseren Breitengraden entsprechend wieder viele abwechslungsreiche Großwetterlagen mit ihren entsprechenden Klimadaten. Dazu gehörten heuer sogar einige Jahr-hundertrekorde. Der Winter 2010/11 endete bereits im Februar, der seit 39 Jahren nicht mehr so trocken war. Es folgten der schneeärmste März seit 20 Jahren und der zweitwärmste April seit über 100 Jahren. Ein warmer und sonniger Wonnemonat Mai führte schließlich zum sonnigsten Jahrhundert-Frühling. Im sehr wechselhaften Durchschnittssommer mit dem nassesten Juli seit Messbeginn, war das Hagelunwetter vom 10. Juli das herausragendste lokale Ereignis. Einen ersten kurzen, aber intensiven Wintereinbruch, gab es im sonnigsten Oktober seit 26 Jahren. Fast 6 Wochen lang blieb es im Spät-herbst dann trocken. Die zahlreichen Hochs in dieser Zeit lieferten Sonnen+Trockenheit-Jahrhundert- rekorde im November. Der krasse Gegensatz folgte dann im letzten Jahresmonat. Im Dezember brausten 20 Tiefs über uns hinweg und führten mit ihren Niederschlägen zum nassesten Dezember seit über 100 Jahren. Das Jahr 2011 war schließlich zusammen mit 1994 auch der wärmste Jahrgang. Der Winter 2010/11 hatte seinen Schwerpunkt bereits im alten Jahr und der Vorfrühling machte sich bereits im Februar deutlich bemerkbar. Im sehr sonnigen Vollfrühling litt die Natur unter der Trocken-heit, denn der ansonsten eher wetterwendische April zeigte heuer bereits frühsommerliche Eigenschaften mit Temperaturen von 20-23°C. Die spärliche Vegetation bekam auch im Wonnemonat Mai keinen richtigen Schub, da es bei teilweise sommerlichen Temperaturen nur lokale Regenschauer oder Gewitter gab. Erst mit Beginn des Frühsommers wurde es im Juni wechselhaft mit flächen-deckenden Niederschlägen. Im Hochsommer befand sich ganz Mitteleuropa in einer sog. Trog-wetterlage. Rege Tiefdrucktätigkeit führte immer wieder zu stärkeren Regenfällen oder Gewittern.

Am 10. Juli kam es nachmittags im Raum Engstingen zu einem richtigen Hagelunwetter. Sturmböen und stundenlang eine winterliche Landschaft hinterließen ihre Spuren. Erst der Spätsommer hatte viel Sonne und einige heiße Tage im August. Durch einen jähen Temperatursturz war der Sommer aber bereits am 27. August beendet. Wenigstens entschädigte dann ein im September bald folgender sog. Altweibersommer noch etwas und auch im Oktober schien reichlich die Spätherbstsonne. Der erste intensive Kaltlufteinbruch des bevorstehenden Winters erfolgte bereits am 19. Oktober. Nach starkem Schneefall erreichte die Schneedecke kurzzeitig sogar eine Höhe von 10 cm. Bis in den Dezember hinein war es aber das einzige Schneeintermezzo, denn im Spätherbst fielen nahezu keine weiteren Niederschläge mehr. Ein Hoch reihte sich an das andere und so war es im November mit nur 1,4 mm so trocken wie noch nie. Mit Beginn des letzten Jahresmonats änderte sich die Großwetterlage grundlegend. Jetzt waren die atlantischen Tiefs an der Tagesordnung. Immer wieder zogen

die windintensiven Warm- und Kaltfronten mit Regen und Schnee über die Albhochfläche hinweg. Sturmtief „JOACHIM“ fegte mit Spitzenböen von 90-110 km/h über die Region. Mit 194 mm wurde es schließlich der nasseste Dezember seit über 100 Jahren. Bis zum Jahresende konnte sich der Winter aber noch nicht richtig etablieren. Immer wieder wechselten die Landschaftsfarben Weiß und Grün. An Weihnachten war es ztw. weiß durch etwas Neuschnee. Auch am Jahresende war es wieder 2 Tage lang weiß, bevor milde Temperaturen in der Sylvesternacht den Winter erneut in die Schranken wiesen.

Mit einer mittleren Temperatur von 8.1°C (+1.4°) war das Jahr 2011 zusammen mit dem Jahr 1994 das wärmste seit Beginn von Temperaturaufzeichnungen. Im April gab es das größte Wärmeplus, während der Juli die größte negative Abweichung hatte. Höchste Jahrestemperatur: 31.4°C am 22.08., tiefste Jahrestemperatur: -17.9°C am 23.02. Es gab 4 Heiße Tage über 30°C (normal 2), 21 Sommertage über 25°C (normal 18), 120 Frosttage (normal 136), 76 Nebeltage (normal 73) und 32 Gewittertage (normal 35). Niederschlagsmenge 2011: 968 mm (102 %). Sonnenscheindauer 2011: 1951 Stunden (121 %).

    

 

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KLIMASTATION ENGSTINGEN: WETTERJAHR 2011                      

 

         TEMPERATUR     NIEDERSCHLAG      SONNE

 

JANUAR   : -1.4°C (+0.7°)   64 mm (107 %)   45 STD. (101 %)

 

FEBRUAR :   0.6°C (+1.6°)   14 mm ( 25 %)   73 STD. (108 %)

 

MÄRZ     :   4.3°C (+2.3°)   37 mm ( 61 %) 179 STD. (149 %)

 

APRIL   :  9.5°C (+3.6°)   44 mm ( 51 %) 246 STD. (158 %)

 

MAI     : 12.5°C (+2.1°)   64 mm ( 62 %) 263 STD. (131 %)

 

JUNI     : 14.9°C (+1.3°)   103 mm ( 86 %) 171 STD. ( 84 %)

 

JULI     : 14.2°C (-1.5°)   212 mm (228 %) 194 STD. ( 88 %)

 

AUGUST   : 16.6°C (+1.5°)   98 mm ( 92 %) 247 STD. (121 %)

 

SEPTEMBER: 13.5°C (+1.5°)   62 mm ( 93 %) 200 STD. (119 %)

 

OKTOBER :   7.5°C (-0.1°)   77 mm (125 %) 165 STD. (133 %)

 

NOVEMBER :   3.4°C (+1.1°)     1 mm ( 2 %) 127 STD. (211 %)

 

DEZEMBER :   2.1°C (+3.0°)   194 mm (312 %)   41 STD. ( 92 %)  

 

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JAHR 2011:   8.1°C (+1.4°)   968 mm (102 %) 1951 STD. (121 %)

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           KLIMASTATION ENGSTINGEN: DAS WETTERJAHR 2010

 

KÜHLSTES JAHR SEIT 1996 – ZWEITTROCKENSTER APRIL SEIT ÜBER

100 JAHREN – TRÜBSTER MAI SEIT 61 JAHREN – HOCHSOMMER IM JULI   ÜBER 3 WOCHEN LANG AUF REKORDKURS - SPÄTSOMMER FIEL AUS -

SCHNEEREICHSTER DEZEMBER UND WEIHNACHTEN SEIT 29 JAHREN –

NASSESTER DEZEMBER SEIT ÜBER 100 JAHREN AUF DER MITTLEREN ALB

 

Das vergangene Jahr hatte neben den gewohnten Wetterabläufen auch einige klimatologische

Besonderheiten und Rekorde aufzuweisen. Zunächst war der Spätwinter lange Zeit noch in voller Fahrt, bevor der Frühling sich besonders im April von einer außergewöhnlichen Trockenheit zeigte.

Erst nach der Schafskälte schaffte der Frühsommer Ende Juni endgültig den Durchbruch. Im Juli

herrschte der Hochsommer dann 3 Wochen lang, fiel dann allerdings in ein lange anhaltendes Sommerloch, aus der sich auch ein ziemlich verregneter Spätsommer nicht mehr befreien konnte.

Auch der Altweibersommer fiel aus und ein goldenes Oktoberwetter war nur 2 Wochen lang vorhanden. Der Spätherbst war bis weit in den November hinein zunächst noch sehr mild, bevor der

Frühwinter mit massiver Kaltluft und reichlich Schnee der Landschaft ein zumeist hochwinterliches Gepräge bis zum Jahresende, und noch darüber hinaus, gaben.

Nach einem noch schneelosen Neujahrstag startete der Winter nach einer kurzen Unterbrechung

am 2. Januar mit 7 cm Neuschnee. Es war ein kalter Hochwintermonat mit 30 Schneetagen bei 21

Tagen mit Dauerfrost. Zwanzig Tage waren ohne Sonnenschein, so daß es der trübste Jahresbeginn seit 30 Jahren auf der Alb war. Auch der Februar war noch über 3 Wochen lang hochwinterlich, bevor

kräftige Tiefs vom Atlantik die kalte Winterluft vertrieben. Herausragendes Wetterereignis war am 28.

das Orkantief „XYNTHIA“, das mit Spitzenböen von 90 bis 110 km/h über die Albhochflächste brauste.

Der März hatte nochmals einige spätwinterliche Eigenschaften, immerhin noch 16 Schneetage, so daß

auch die Wintersportler nochmals auf ihre Kosten kamen. Das Schneetief „YVES“ brachte am 7. März

innerhalb von wenigen Stunden bis zu 15 cm Neuschnee.

Im April war hoher Luftdruck außergewöhnlich lange an der Tagesordnung. So fielen im trockensten Monat des Jahres 2010 nur spärliche 14 mm (17 %). Es war nach dem April 2007 der zweittrockenste

April seit über 100 Jahren. Das ruhige Hochdruckwetter war u.a. auch für die Ausbreitung der isländischen Vulkanasche verantwortlich.

Auf den sehr sonnigen April folgte prompt der trübste Mai seit 61 Jahren. Bei den 26 Regentagen im Wonnemonat fielen auch die Eisheiligen regelrecht ins Wasser. Der Frühsommer startete recht viel-

versprechend im Juni mit Temperaturen bis zu 28.5°C am 10. Zur Monatsmitte dann urplötzlich ein ganz anderes Wetterbild: Maritime Polarluft, die sog. „Schafskälte“, erfaßte ganz Mitteleuropa und

vertrieb zunächst den Sommer wieder. Innerhalb von 48 Stunden fielen am 17.+18. Juni bis zu 60 mm

Regen, die Hälfte einer normalen Junimonatsmenge. Erst in der letzten Juniwoche stiegen die

Temperaturen bei viel Sonnenschein wieder auf sommerliche Werte bis zu 26°C an.

Über 3 Wochen lang lag der Juli noch auf absolutem Rekordkurs in Sachen Wärme, dann folgten viele Regenwolken, die dann auch den Spätsommer und die Haupturlaubszeit gründlich vermiesten. Es war

mit 151 mm der naßeste August seit 32 Jahren. Auch im September zeigte sich der Frühherbst von einer ungemütlichen kühlen und nassen Seite. Das Regentief „KATHREIN“ ließ es wie aus Kübeln

vom 24. – 26. schütten. Mit 14 Bodenfrosttagen und nur zwei goldenen Wochen war der Oktober der

kälteste seit 7 Jahren.

Im November wurde es dann plötzlich wieder deutlich milder und am 14. wurde nachmittags die

20°C-Marke nur knapp verfehlt. Die richtig frühlingshafte Luftströmung aus Südwesten wurde dann in

der letzten Dekade durch massive Kaltluft aus nordpolaren Breiten vertrieben. Ab dem 22. lag die

Alblandschaft unter einer geschlossenen Schneedecke, die für einen frühen Beginn der Wintersport-

saison sorgte. Am Monatsletzten wurden bis zu -20°C über der 20 cm hohen Schneedecke gemessen. Der Dezember hatte schließlich noch die meisten Rekorde aufzuweisen. Niederschläge

ohne Ende in allen Variationen, kurze Tauwetterphasen, Neuschneemengen wie selten zuvor.

Tagelang war Schneeschippen angesagt, denn insgesamt fielen 106 cm Neuschnee. Es war schließlich der naßeste Dezember seit Beginn der Wetteraufzeichnungen auf der Alb und der schnee-

reichste seit 29 Jahren. Auch über die Festtage lag letztmals vor 29 Jahren ähnlich viel Schnee. Am

2. Weihnachsfeiertag erreichte die Eiseskälte ihren Jahres-Tiefpunkt bei -21°C (über Schnee -25°).

 

 

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KLIMASTATION ENGSTINGEN: WETTERJAHR 2010

 

            TEMPERATUR     NIEDERSCHLAG       SONNE

 

JANUAR   : -3.8°C (-1.7°)   52 mm ( 87 %)   36 STD. ( 82 %)

 

FEBRUAR : -0.8°C (+0.2°)   47 mm ( 82 %)   58 STD. ( 85 %)

 

MÄRZ     :   2.1°C (+0.1°)   57 mm ( 95 %) 137 STD. (114 %)

 

APRIL   :   6.7°C (+0.8°)   14 mm ( 17 %) 193 STD. (124 %)

 

MAI     :   8.9°C (-1.5°)   145 mm (141 %) 113 STD. ( 56 %)

 

JUNI     : 14.9°C (+1.3°)   100 mm ( 83 %) 188 STD. ( 92 %)

 

JULI     : 17.8°C (+2.1°)   132 mm (142 %) 263 STD. (119 %)

 

AUGUST   : 14.5°C (-0.6°)   151 mm (142 %) 169 STD. ( 83 %)

 

SEPTEMBER: 10.0°C (-2.0°)   76 mm (116 %) 178 STD. (106 %)

 

OKTOBER :   6.2°C (-1.4°)   41 mm ( 68 %) 119 STD. ( 96 %)

 

NOVEMBER :   3.2°C (+0.9°)   88 mm (122 %)   55 STD. ( 92 %)

 

DEZEMBER : -3.6°C (-2.7°)   171 mm (275 %)   24 STD. ( 54 %)  

 

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JAHR 2010:   6.3°C (-0.4°) 1074 mm (114 %) 1532 STD. ( 95 %)

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     KLIMASTATION ENGSTINGEN: DAS WETTERJAHR 2009

 

ZWEITWÄRMSTER APRIL SEIT MEHR ALS HUNDERT JAHREN

 

   LANGER SPÄTWINTER IM MÄRZ – WÄRMSTE OSTERN SEIT LANGEM – SUBTROPISCHER SPÄTFRÜHLING - HOCHSOMMER

NUR MITTELMASS – WARMER SPÄTSOMMER – FRÜHLING IM

              NOVEMBER – WEISSGRÜNE WEIHNACHTEN

 

Auch wenn das Wetterjahr 2009 mit absoluten Rekorden sich zurückhielt, gab es in den vergangenen 12 Monaten dennoch, wie immer in unseren wechselhaften Breiten, einige Superlative. Allen voran stand dabei der zweitwärmste April seit mehr als 100 Jahren. Insgesamt betrachtet war das Jahr 2009 deutlich wärmer als üblich, hatte etwas mehr Sonne als gewöhnlich aufzuweisen, aber auch deutlich mehr Niederschlag.

Im Januar, dem bereits kältesten Jahresmonat, hatten die Wintersportler zumeist das Nachsehen, denn es lag fast den gesamten Monat hindurch nur eine sehr dünne Schneedecke. Grüne und weiße Landschaft war mehrfach im Wechsel. Durch den Kahlfrost drang die Kälte bis in eine Erdbodentiefe von 30-35 cm ein. Am erfreulichsten waren zu dieser Zeit noch die zahlreichen Sonnenscheinstunden, die dem Januar 2009 fast 100 Stunden einbrachten (200 %). Nach einer ersten eher vorfrühlingshaften Dekade zeigte dann der Februar aber richtige hochwinter-

liche Eigenschaften. Die reichlichen Niederschläge fielen nun meist als Schnee und ließen die Schneedecke auf 20-35 cm ansteigen. Sämtliche Skilifte waren in Betrieb und alle Loipen gespurt. Der Winter war nun in voller Fahrt und ging erst im März zum kalendarischen Frühlingsanfang zu Ende. Am kältesten war es in der Zeit vom 14.-20. Februar mit Starkfrostnächten von -10 bis -15°C, am 19. wurden sogar -22°C registriert. Im März war weiterhin häufig Schneeschippen angesagt, denn im ersten Frühlingsmonat brausten zahlreiche Tiefs mit subpolaren Luftmassen über unsere Region hinweg. Erst am Monatsende beruhigte sich die Wetterküche und dem Frühlingseinzug stand nichts mehr im Wege. Im ansonsten wetterwendischen April war es bereits frühsommerlich warm und so

konnte man an Ostern am 12.+13. Temperaturen über 20°C genießen. Mit nur 26 mm, nur ein Drittel der normalen Regenmenge, wurde schließlich der April überraschenderweise der trockenste Jahres-

monat. Zum Glück für die Vegetation folgte ein richtiger subtropischer Wonnemonat Mai. Kräftige Regenschauer und zahlreiche Gewitter brachten eine Monatssumme von 137 mm (normal 103 mm).

Somit folgte auf den trockensten Jahresmonat sofort der nasseste. Eine harte Bewährungsprobe für die Pflanzen gab es aber bereits am 5. Mai als sich ein starkes Gewitter über Engstingen entlud und

für eine richtige weiße Winterlandschaft sorgte. Die frühsommerliche Maiwärme hatte 3 Wochen     später am 24.+25. mit 28°C bzw. 29°C fast schon Hochsommerhitze.

Richtiges Kontrastwetter folgte im ersten Sommermonat Juni. Von der Schafskälte in der ersten Dekade mit leichtem Bodenfrost bis hin zu erneutem Subtropenwetter und schweißtreibenden 26°C

reichte die Temperaturspanne. Ein richtiges Sommerhoch fehlte jedoch und so gestaltete sich der Frühsommer ziemlich wechselhaft. Auch im Juli blieb der Sommer weiterhin meist nur Mittelmaß. So gab es kaum längere trockene Phasen, durch die ausbleibene Hitze hingegen auch keine stärkeren Gewitter. Erst mit dem Beginn des letzten Sommermonates August verstärkte sich der Hochdruck-einfluß, so daß es schließlich der wärmste Monat des Jahres wurde. 11 Tage mit Sommertags-temperaturen von 25°C wurden gezählt und am 20. August wurde mit 32°C der Jahreshöchstwert gemessen. Die Getreideernte war für die Landwirte in vollem Gange, während die daheimgebliebenen Urlauber oftmals ein Freibadwetter genießen konnten und einige Abende waren ideal temperiert für Grillpartys. Der warme und trockene Spätsommer fand zunächst auch noch im September seine Fortsetzung. Erst mit dem späten Ende der Hauptferienzeit war der Hauch des Altweibersommers dann vorbei. Entsprechend der Jahreszeit wurden besonders die Nächte auf der Alb wieder deutlich kälter, aber im September war von Frost noch keine Spur. Enttäuscht wurden die Hoffnungen dann auf einen goldenen Oktober, denn zahlreiche Tiefs prägten nun das herbstliche Wettergeschehen. Erst in der letzten Oktoberwoche blieb es trocken und die Sonne kam wenigstens etwas mehr zum Vorschein.

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     KLIMASTATION ENGSTINGEN: DAS WETTERJAHR 2009

 

Insgesamt gab es im kalten Oktober bereits 14 Tage mit Bodenfrost und in der Frühe des 16. lag

die erste dünne Schneedecke des bevorstehenden Winters. Doch mit winterlichen Eigenschaften hatte der folgende November nichts im Sinn. Stattdessen fühlte man sich im letzten Herbstmonat eher wie im Frühling. Dabei stiegen zur Monatsmitte die Temperaturen auf 12 bis 18°C an. Seit mindestens

30 Jahren war es so spät im Jahr nicht mehr so warm. Das ruhige Spätherbstwetter wurde im Dezember von vielen Warm- und Kaltfronten abgelöst. Im unstetigen Monatscharackter startete der

Winter mehrere Versuche, wurde aber immer wieder gehindert sich richtig zu etablieren. Erst zur Wintersonnenwende wurde es hochwinterlich kalt und eine Schneedecke von 10-15 cm überzog

mehrere Tage lang die Alblandschaft. Mit -24°C wurde am 20. die kälteste Temperatur des Jahres gemessen. Bereits 2 Tage später erfolgte ein rekordverdächtiger Temperaturanstieg von 32° und es trat Tauwetter ein. So wurden aus Weißen Weihnachten immer mehr Grüne Weihnachten. Bis zum Jahresende wechselten dann die Landschaftsfarben noch mehrmals. Am Jahreswechsel lagen nur noch vereinzelte Schneereste.    

 

 

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KLIMASTATION ENGSTINGEN: WETTERJAHR 2009

 

             TEMPERATUR     NIEDERSCHLAG       SONNE

 

JANUAR   : -3.7°C (-1.6°)   29 mm ( 48 %)   96 STD. (218 %)

 

FEBRUAR : -2.0°C (-1.0°)   91 mm (159 %)   57 STD. ( 84 %)

 

MÄRZ     :   1.6°C (-0.4°)   111 mm (185 %)   76 STD. ( 63 %)

 

APRIL   :   9.3°C (+3.4°)   26 mm ( 30 %) 176 STD. (113 %)

 

MAI     : 13.1°C (+2.7°)   137 mm (133 %) 199 STD. ( 99 %)

 

JUNI     : 14.1°C (+0.5°)   112 mm ( 94 %) 214 STD. (105 %)

 

JULI     : 16.1°C (+0.4°)   130 mm (139 %) 220 STD. (100 %)

 

AUGUST   : 17.0°C (+1.9°)   100 mm ( 94 %) 265 STD. (130 %)

 

SEPTEMBER: 12.8°C (+0.8°)   40 mm ( 61 %) 164 STD. ( 98 %)

 

OKTOBER :   6.9°C (-0.7°)   115 mm (188 %)   91 STD. ( 73 %)

 

NOVEMBER :   4.9°C (+2.6°)   90 mm (125 %)   62 STD. (103 %)

 

DEZEMBER : -1.0°C (-0.1°)   118 mm (190 %)   45 STD. (102 %)  

 

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JAHR 2009:   7.4°C (+0.7°) 1098 mm (116 %) 1665 STD. (103 %)

     KLIMASTATION ENGSTINGEN: DAS WETTERJAHR 2008

 

   ÜBERDURCHSCHNITTLICH WARM – SONNENSCHEINPLUS

NORMALE NIEDERSCHLAGSMENGE - FRÜHWINTEREINBRUCH

       MEHR SCHNEE AN OSTERN ALS AN WEIHNACHTEN

 

Wie üblich in unseren Breiten hatte auch das Wetterjahr 2008 eine Vielfalt von Wetterereignissen

zu bieten. Anstatt mit dem Hochwinter begann das Jahr mit Frühlingswetter und erst Ende März zur Osterzeit gab der Spätwinter nochmals ein kurzes Stelldichein. Tagelang heiße Luft dagegen aus der Sahara verhalf dem Wonnemonat Mai zum Prädikat: zweitwärmster Mai seit 60 Jahren. Im Juni nahm

der Frühsommer dann zwar etwas Fahrt auf, doch der Hochsommer zeigte sich anschließend allen-falls durchschnittlich. Auch der eher wechselhafte Spätsommer wurde im September rasch vom Früh-

herbst abgelöst, der mit zahlreichen Bodenfrosttagen für ein größeres Temperaturdefizit sorgte.

Bereits Ende Oktober klopfte dann der Frühwinter an die Tür. Für die Jahreszeit außergewöhnlich

starke Schneefälle verwandelten die Alb in eine tiefe Winterlandschaft. Auch ab der letzten Novemberdekade dominierten bereits wieder hochwinterliche Eigenschaften das Wettergeschehen.

Ein vorgezogenes sog. Weihnachtstauwetter brach nach 4 Wochen die Kälte und ließ den Schnee bis auf Reste dahinschmelzen. Somit gab es heuer deutlich mehr Schnee an Ostern als an Weihnachten.

Sonne pur und tagsüber frühlingshafte Temperaturen dominierten überwiegend im Januar und Februar. Im schneeärmsten Februar seit 42 Jahren erreichte die Temperatur am 24. fast schon die 20°-Marke. Genau 1 Monat später bot sich dann eine völlig konträre Wettersituation: Kälterekord am Ostermontag mit -15°C und einer wintersporttauglichen Schneehöhe. Bereits am Monatsanfang März

brodelte die Wetterküche nach einer langen ruhigen Phase wieder und Sturmtief „EMMA“ fegte mit

ztw. über 100 km/h über die Albhochfläche. Windiges und wechselhaftes Tiefdruckwetter waren dann über 2 Wochen lang an der Tagesordnung. Auch der April zeigte dann sein wetterwendisches Gesicht.

Reichlich Sonnenschein und gegen Monatsende bereits hochsommerliche Temperaturen bis zu 28°C verhalfen der Vegetation im Wonnemonat Mai zu einem enormen Schub. Die flächendeckende Löwenzahnblüte war am Anfang des Monats ja noch um ca. 1 Woche im Verzug. Anstatt der sog.

Eisheiligen dominierten subtropische Luftmassen zur Monatsmitte. Diese entluden sich dann gegen Monatsende häufig in Schauern und Gewittern. Eine markante Gewitterlinie erfaßte nahezu die gesamte Alb am 30. und flächenhafter Hagel wie selten zuvor verursachte verbreitet erhebliche Schäden. Durch einige kühle Tage im Juni (Schafskälte) beruhigte sich dann die brodelnde Wetter-küche dann wieder. Zunehmender Hochdruckeinfluß ließ dann ab der Monatsmitte die Temperaturen auf hochsommerliche Werte ansteigen. Mit 29.3°C wurde am 22. Juni bereits der Jahreshöchstwert der Temperatur gemessen, da der Hochsommer anschließend sich nicht mehr steigern konnte. Besonders in der Ferien- und Haupturlaubszeit wechselten Sonnen- und Regentage ständig, da sich kein beständiges Sommerhoch aufbauen konnte. Durch die fehlende Hitze hielten sich dagegen stärkere Gewitter und Hagel in Grenzen. Auch die Hoffnungen auf einen schönen Altweibersommer erfüllten sich nicht, denn der September war der erste Monat des Jahres mit einem Temperaturdefizit.

Wenigstens gab es dann im Oktober zunächst noch einige sonnige und trockene Tage, doch dann

sorgte das Schneetief „Yuliette“ gegen Monatsende für eine grundlegende Wetter- und Jahreszeit-

veränderung. Der Winter war außergewöhnlich früh da. Mit 20-30 cm Schnee gab es seit 49 Jahren

auf der Mittleren Alb die größten Oktoberschneemengen. Auch im November gab es nochmals ein

ähnliches Kontrastprogramm. Zunächst war es wieder spätherbstlich mild und ziemlich sonnig, dann

folgte ein zweiter intensiver Wintereinbruch, der schließlich 1 Monat lang anhielt. Ein ausgeprägtes

Vorweihnachtstauwetter beendete dann den Wintersport bis zum Jahresende. Schade für die Ski-

fahrer, denn in der letzten Woche des Jahres sorgte das Hoch „QUENTIN“ wieder für kalte und sonnige Wintertage.

Mit einer mittleren Temperatur von 7.7°C war es 2008 um 1° wärmer als normal. Nur im September und im Oktober gab es ein Wärmedefizit. Sommertage mit Werten von 25°C oder darüber wurden

22 notiert (normal 18), die 30°C-Hitzetagsmarke wurde nicht erreicht (normal 3). Der wärmste Monat war der Juli, im Dezember war es am kältesten. Die Sonne schien mit 1705 Stunden um ca. 83 Stunden länger wie gewöhnlich. Sonnigster Jahresmonat war der Juli, am trübsten war es im De- zember. Die Jahresmenge des Niederschlages entsprach mit 943 mm fast exakt dem Normalwert.

Nassester Monat war der Juli mit 121 mm, im trockenen Februar wurden nur 34 mm gemessen.

 

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KLIMASTATION ENGSTINGEN: WETTERJAHR 2008

 

             TEMPERATUR     NIEDERSCHLAG       SONNE

 

JANUAR   :   1.5°C (+3.6°)   75 mm (125 %)   72 STD. (164 %)

 

FEBRUAR :   2.2°C (+3.2°)   34 mm ( 60 %) 171 STD. (251 %)

 

MÄRZ     :   2.6°C (+0.6°)   97 mm (162 %) 110 STD. ( 91 %)

 

APRIL   :   6.3°C (+0.4°)   115 mm (135 %) 107 STD. ( 68 %)

 

MAI     : 13.2°C (+2.8°)   64 mm ( 62 %) 220 STD. (110 %)

 

JUNI     : 15.8°C (+2.2°)   78 mm ( 65 %) 205 STD. (100 %)

 

JULI     : 16.3°C (+0.6°)   121 mm (130 %) 239 STD. (109 %)

 

AUGUST   : 15.5°C (+0.4°)   98 mm ( 92 %) 220 STD. (108 %)

 

SEPTEMBER: 10.0°C (-2.0°)   51 mm ( 77 %) 130 STD. ( 77 %)

 

OKTOBER :   7.3°C (-0.3°)    96 mm (157 %) 106 STD. ( 85 %)

 

NOVEMBER :   2.5°C (+0.2°)   47 mm ( 65 %)   81 STD. (135 %)

 

DEZEMBER : -0.8°C (+0.1°)   68 mm (110 %)   47 STD. (106 %)  

 

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JAHR 2008:   7.7°C (+1.0°)  943 mm (100 %) 1705 STD. (106 %)

 

 

     KLIMASTATION ENGSTINGEN: DAS WETTERJAHR 2007

 

ZWEITWÄRMSTES JAHR SEIT TEMPERATURMESSUNGEN AUF DER MITTLEREN ALB – VIELE WETTERREKORDE UND ACHTERBAHNWETTER IN DER ERSTEN JAHRES-     HÄLFTE – VIEL SONNE UND NIEDERSCHLAG -

SOMMERWETTER BEREITS IM APRIL – WENIG SCHNEE

 

Auch das Wetterjahr 2007 hatte wie bereits einige Vorgänger zuvor in unserer Region eine bunte Palette von Großwetterlagen und einzelnen Besonderheiten bis hin zu neuen absoluten Rekorden zu bieten. So zeigte bereits der mildeste Januar seit mehr als 100 Jahren eine Mischung aus Wärme,

Sturm (KYRILL) und eine Woche Winter. In der ersten Januarhälfte war es bereits richtig frühlingshaft mit Höchstwerten bis zu 13°C am 10. Viele Tiefs vom Atlantik zogen mit Regenwolken heran und sorgten für einen ziemlich wechselhaften Jahresauftakt. In der Nacht vom 18./19. erfaßte dabei das Sturmfeld des Orkans „KYRILL“ auch unsere Region. Die auf der Albhochfläche gemessenen Windspitzen von 100-120 km/h hinterließen zum Glück vergleichsweise nur geringe Schäden.

Bahn frei für die Wintersportler hieß es dann in der letzten Januarwoche. 15-25 cm Neuschnee verwandelten die Alb in eine Winterlandschaft, die aber bereits Anfang Februar wieder verschwunden

war. Mit dem folgenden sehr milden Februar endete schließlich der wärmste Winter seit Beginn von regelmäßigen Temperaturmessungen. Ein Wechselbad für Mensch und Natur gab es dann auch im

März, der 3 Wochen lang frühlingshaft war, dann nochmals einen richtigen Spätwintereinbruch hatte.

Bei Schneehöhen von 10-20 cm konnte aber nur wenige Tage lang nochmals Wintersport betrieben werden. Der Frühling war richtig da und ab dem 12. April eigentlich auch schon der Frühsommer.

Der ansonsten wechselhafte April entwickelte sich heuer zum absoluten Wetterhöhepunkt des

Jahres und geht als Jahrhundertrekordmonat in die Klimabücher ein. Seit mehr als 100 Jahren war es nämlich der sonnigste und wärmste mittlere Frühlingsmonat. Fast täglich wurden Nachmittagswerte von 20-24°C gemessen, die Sonne schien tagelang von einem wolkenlosen Himmel. Mit über

300 Stunden Sonnenschein, also 10 Stunden pro Tag, wurde heuer dabei ein kaum mehr steigerbarer Monatsrekord aufgestellt. Vom 4. April an fiel über 4 Wochen lang kein einziger Tropfen Regen. Die Karstlandschaft war ausgetrocknet wie selten zuvor zu dieser Jahreszeit. Letztmals war dies im Jahre 1893 in einem April der Fall.

Nur 1 Monat später dagegen ein ganz anderes Wetterbild: Rekordnässe im Mai seit über 100 Jahren mit über 200 mm, gleichzeitig mit dem Ende des Wonnemonats war es auch der wärmste met. Frühling seit 1862. Das mehrere Monate lang andauernde Achterbahnwetter war nun wirklich auf seinem Höhepunkt angelangt.

Der folgende feuchtwarme Juni war bereits der 10. Monat in Folge mit einem Wärmeplus und das erste Halbjahr 2007 hatte ein Wärmeplus wie noch nie zuvor.

In ziemlich normalen Bahnen verlief schließlich der (Durchschnitts)Sommer 2007. Da sich kein

beständiges Hoch wie im April sich nochmals in unserer Region aufbauen konnte, beschränkten

sich Freibadbesuche und Grillabende auf die wenigen Tage mit kleinen Zwischenhochs. Landregen,

Schauer und Gewitter vermiesten oft die Ferienaktivitäten und die Landwirte hatten Probleme mit

der Getreideernte. Allein im August gab es 21 Regentage. Durch die fehlende Hitze hielten sich jedoch andererseits unwetterartige Gewitter mit Hagel in Grenzen.

Nach über 1 Jahr war der kühle und wechselhafte September 2007 wieder der erste Monat mit einem Wärmedefizit, dem sich dann alle folgenden Monate bis zum Jahresende hin dann anschließen sollten. Der Oktober war zwar ziemlich sonnig, doch traten bereits 16 Bodenfrosttage auf. Am 19. Oktober fiel der erste Herbstschnee.

Für Wirbel auf der Alb sorgte am 9. November dann der Ex-Orkan „NOEL“ in Form von Schneefällen und Schneeverwehungen. Richtig hochwinterlich wurde es bereits ab der Monatsmitte, als das

Baltikumtief „VALTER“ kalte Polarluft und eine große Schneefracht herantransportierte. Bei

Dauerfrost und einer Schneehöhe von 15-20 cm konnte die Wintersportsaison außergewöhnlich früh eröffnet werden. Vor 48 Jahren gab es letztmals so früh derart so viel Schnee. Doch wie so oft in den letzten Jahren lockerte der Winter bald wieder seinen eisigen Griff und bereits 1 Woche später war der meiste Schnee wieder verschwunden. Bis weit in den Dezember hinein wurde es eher frühlingshaft mild und regnerisch. Bis zum 13. Dezember fielen dabei täglich Niederschläge, zunächst meist in Form von Regen. Erst ab dem 11. Dezember wurde es kälter und es bildete sich eine dünne Schnee-decke, die jedoch kaum für richtigen Wintersport ausreichte und bis zu Weihnachten teilweise bereits

wieder weggetaut war. Das Prädikat „Weiße Weihnachten“ rettete schließlich dann der Neuschnee

des zweiten Weihnachtsfeiertages. Stärkere Schneefälle blieben jedoch bis zum Jahresende hin aus,

so daß die Wintersportler sich erneut in Geduld üben mußten. Der Jahreswechsel vollzog sich schließlich in trockenkalter Luft bei ca. -3°C und 6 cm Schnee.

Klimabilanz Jahr 2007: Mit einer Jahresmitteltemperatur von 8.0°C (+1.3°) war das Jahr 2007 nach dem Rekordjahr 1994 (8.2°C) das wärmste seit Beginn von Temperaturmessungen auf der Mittleren Alb. Die Temperaturen reichten von 31.8°C am 15.07. bis zu -13.4°C am 16.11.

Die Sonne schien 1833 Stunden lang (114 %). Ohne Sonne waren 66 Tage, während es an 65 Tagen über 10 Sonnenstunden gab (21 Tage bereits im April). Mit einer Jahresmenge von 1155 mm (122 %)

waren auch die Niederschläge überdurchschnittlich. Gewittertage: 28 (normal 35).

 

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KLIMASTATION ENGSTINGEN: WETTERJAHR 2007

 

             TEMPERATUR     NIEDERSCHLAG       SONNE

 

JANUAR   :   2.9°C (+5.0°)   72 mm (120 %)   49 STD. (110 %)

 

FEBRUAR :   2.9°C (+3.9°)   115 mm (202 %)   87 STD. (129 %)

 

MÄRZ     :  3.7°C (+1.7°)   89 mm (148 %) 150 STD. (125 %)

 

APRIL   : 10.3°C (+4.4°)     5 mm ( 6 %) 301 STD. (193 %)

 

MAI     : 12.7°C (+2.3°)   211 mm (205 %) 200 STD. (100 %)

 

JUNI     : 15.4°C (+1.8°)   118 mm ( 98 %) 203 STD. ( 99 %)

 

JULI     : 15.8°C (+0.1°)   107 mm (115 %) 230 STD. (105 %)

 

AUGUST   : 15.1°C ( 0.0°)   124 mm (117 %) 200 STD. ( 98 %)

 

SEPTEMBER: 10.0°C (-2.0°)   66 mm (100 %) 143 STD. ( 85 %)

 

OKTOBER :   6.6°C (-1.0°)   20 mm ( 33 %) 135 STD. (109 %)

 

NOVEMBER :   1.1°C (-1.2°)   127 mm (176 %)   65 STD. (108 %)

 

DEZEMBER : -1.0°C (-0.1°)   102 mm (165 %)   70 STD. (159 %)  

 

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JAHR 2007:   8.0°C (+1.3°) 1155 mm (122 %) 1833 STD. (114 %)

 

     KLIMASTATION ENGSTINGEN: DAS WETTERJAHR 2006:

 

       EXTREMES ACHTERBAHNWETTER MIT AUSSERGEWÖHNLICH VIELEN KLIMAREKORDEN

 

SCHNEEREICHSTER WINTER SEIT 36 JAHREN – JULI SO WARM WIE NOCH NIE – TEMPERATURSCHOCK IN DEN SOMMERFERIEN – WÄRMSTER HERBST SEIT ÜBER 100 JAHREN – DEZEMBER WIE EIN FRÜHLINGSMONAT

 

Selten gab es ein Jahr mit so vielen Wetterextremen und Klimarekorden. Markant und auffallend häufig wechselten die Großwetterlagen von einem Extrem in das andere. Die Klimaparameter wurden wie in einer Achterbahnfahrt dabei kräftig durcheinandergewirbelt. Ist das nun bereits die Normalität in der nahen Zukunft?

Begonnen hat das Jahr mit einer frostigen Winterlandschaft. Im kältesten Januar seit 19 Jahren gab es durchgehend eine geschlossene Schneedecke von 15-20 cm. Bei reichlich Sonnenschein kamen die Wintersportler voll auf ihre Kosten. Auch im Februar bestimmte Polarluft hauptsächlich das Wettergeschehen. Immer wieder sorgten Neuschneefälle für eine weitere Stabilisierung der Schneelage. Bei Schneehöhen von 20-40 cm blieben die guten bis sehr guten Wintersportbe-

dingungen weiterhin erhalten. In der ersten Hälfte des bereits ersten Frühlingsmonats März erreichte der Spätwinter dann jedoch erst seinen Höhepunkt. Kräftige Schneefälle ließen die Schneedecke dabei in der ersten Woche bis auf 65 cm ansteigen, ein Wert der letztmals im März 1988 notiert wurde. Erst in der letzten Märzwoche, mit Beginn der Sommerzeit, wurde der Winter nach 4 Monaten zunächst wieder vertrieben. In der ersten Aprilhälfte gab es jedoch nochmals kräftige Schneefälle und eine mehrtägige Schneelandschaft mit bis zu 24 cm am 11. Erst danach gab sich der längste und

schneereichste Winter seit 36 Jahren auf der Mittleren Alb endgültig geschlagen.

Trotz eines raschen Temperaturanstieges in der zweiten Aprilhälfte und im ersten Maidrittel mit Werten über der 20°-Marke, war die Vegetation bis dahin immer noch um ca. 3 Wochen im Rückstand. Die flächendeckende Löwenzahnblüte begann daher erst am 10. Mai, so spät wie selten zuvor. Im Wonnemonat Mai ging es von der Frühsommerwärme aber wieder direkt zur sog. Schafs-

kälte. Mit windigem und kühlem Schauerwetter vollzog sich der Wechsel in den met. Sommer.

Schneeregen- und Graupelschauer sowie Bodenfrostnächte bis zu –3°C bestimmten in der ersten Juniwoche das Wettergeschehen. Doch bereits eine Woche später war der Kältespuk vorbei und die Temperaturen stiegen rasch auf bereits hochsommerliche Werte an. So konnten am Monatsende bereits 11 Sommertage verzeichnet werden. Auch die ersten Hitzegewitter konnten die sommerliche

Wärme nicht mehr bremsen. Das Sommermärchen war wetter- und fußballmäßig geboren. Einmal nun richtig in Fahrt gekommen, steigerte sich der Sommer im Juli zu einem absoluten Temperatur-Jahrhundertrekord. Mit einer mittleren Temperatur von 19.8°C wurde selbst der heiße August 2003 noch etwas übertroffen. In den subtopischen Luftmassen entwickelten sich zum Teil kräftige Hitzege-

witter mit örtlichem Hagelschlag.

Exakt am 1. August erfolgte dann ein weiterer Paukenschlag des Wetters. Eine sog. Trogwetterlage

führte nun mit insgesamt 12 Tiefs plötzlich die kühlste Luft zu dieser Jahreszeit aus dem nord-europäischen Eismeer direkt nach Mitteleuropa. Tagelanges windiges Regenwetter vermieste nun gründlich die Sommerferien. Im kühlsten August seit 50 Jahren gab es keinen einzigen Sommertag mit 25°C auf der Alb, dafür wurden 26 Regentage gezählt.

Die Achterbahnfahrt der Temperaturen setzte sich aber dann zum Glück auch im September weiter fort. Durch einen markanten Luftdruckanstieg entwickelten sich nun 6 Spätsommerhochs, die den

Spätsommer (Altweibersommer) nochmals richtig aufleben ließen. Im wärmsten September seit 19 Jahren wurden nochmals 6 Sommertage registriert. Herrliches Bade- und Freizeitwetter entschädigte wenigstens noch zum Ferienende hin für den unbeständigen August. Einige Freibäder in der Region verlängerten die Badesaison um 1-2 Wochen. Fast noch Badewetter bis in den Vollherbst hinein

gab es in der Folgezeit. Der Oktober 2006 war schließlich der zweitwärmste seit über 100 Jahren.

Am 26.10. wurde dabei mit einer Temperatur von 26.3°C noch nie ein Sommertag so spät wie heuer registriert. Selbst auf der Alb blieben fast alle Nächte frostfrei. Der mildeste November seit 12 Jahren rundete schließlich den wärmsten Herbst seit über 100 Jahren ab. Die erste frühwinterliche Episode

vom 2.–4. November mit einer dünnen Schneedecke, war nicht viel mehr als eine Eintagsfliege.

Auch im Dezember gab es auf der Albhochfläche nur einen einzigen Tag mit einer Schneelandschaft.

Ansonsten zeigte der Wintermonat viele Frühlingseigenschaften. Bis zur Monatsmitte war es extrem mild und ein weiterer Monatstemperatur-Rekord schien sich bereits abzuzeichnen. Ein sog. Omegahoch führte dann jedoch trockenkalte Festlandsluft heran. Kalter Ostwind, dazu eine zeitweilige

bizarre Rauhreiflandschaft, sowie eine Hochnebeldecke im Wechsel mit sonnigen Abschnitten be-

stimmte das Wetter an den Feiertagen. Nach 2000 und 2002 gab es wieder Grüne Weihnachten.

Erneutes Achterbahnwetter dann zum Jahreswechsel. Da sich der Schwerpunkt des Hochs nach Osten und Südosten verlagerte, wurde wieder die Tür für extrem milde Atlantikluft geöffnet. Der Jahreswechsel vollzog sich entsprechend bei fast zweistelligen Plusgraden.

KLIMADATEN JAHR 2006: Mit einer mittleren Temperatur von 7.6°C war das Jahr 2006 um fast 1°

wärmer als üblich, trotz des Kaltstarts zum Jahresbeginn. Die Temperaturspanne reichte von –18.8°C

am 14.03. bis zu 31.2°C am 20.07. Es traten 37 Sommertage (normal 18) und 6 Heiße Tage (normal 2) auf. Gewittertage 35 (normal 35). Die Sonne hatte mit 1810 Stunden (normal 1612) ein deutliches

Plus aufzuweisen, während die Niederschlagsmenge mit 950 mm dem langjährigen Wert entsprach.

 

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KLIMASTATION ENGSTINGEN: WETTERJAHR 2006

 

             TEMPERATUR     NIEDERSCHLAG       SONNE

 

JANUAR   : -4.6°C (-2.5°)   23 mm ( 38 %) 110 STD. (250 %)

 

FEBRUAR : -2.5°C (-1.5°)   49 mm ( 86 %)   61 STD. ( 90 %)

 

MÄRZ     : -0.0°C (-2.0°)   123 mm (205 %)   98 STD. ( 81 %)

 

APRIL   :   6.4°C (+0.5°)   117 mm (137 %) 120 STD. ( 77 %)

 

MAI     : 11.6°C (+1.2°)   123 mm (119 %) 199 STD. ( 99 %)

 

JUNI     : 15.5°C (+1.9°)   65 mm ( 54 %) 264 STD. (129 %)

 

JULI     : 19.8°C (+4.1°)   98 mm (105 %) 310 STD. (141 %)

 

AUGUST   : 12.7°C (-2.4°)   139 mm (131 %) 151 STD. ( 74 %)

 

SEPTEMBER: 14.8°C (+2.8°)   85 mm (129 %) 174 STD. (104 %)

 

OKTOBER : 10.6°C (+3.0°)   50 mm ( 81 %) 136 STD. (110 %)

 

NOVEMBER :   5.2°C (+2.9°)   39 mm ( 54 %)   77 STD. (129 %)

 

DEZEMBER :   1.9°C (+2.8°)   40 mm ( 64 %) 110 STD. (250 %)  

 

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JAHR 2006:   7.6°C (+0.9°)   950 mm (101 %) 1810 STD. (112 %)

 

 

Das Wetterjahr 2005

  KlIMASTATION ENGSTINGEN: DAS WETTERJAHR 2004:  

 

NÄSSEREKORD IM JANUAR – HAUPTWINTERMONAT FEBRUAR - KÜHLER FRÜHLING – WECHSELHAFTER SOMMER

WENIG SONNE IM HERBST – TURBULENTES JAHRESENDE

 

         WENIGER WETTEREXTREME ALS IM VORJAHR

 

Das Wetterjahr 2004 verlief nach den vielen Jahrhundertrekorden des Vorjahressommers wieder in einigermaßen normalen Bahnen. Einzelne Großwetterlagen brachten wie in jedem Jahr aber viel Abwechslung, manches Erstaunliche und weitere Bausteine für die Klimaarchive.

Das Jahr begann gleich mit einem Paukenschlag. An 25 Tagen regnete und schneite es im Januar im ständigen Wechsel, so daß die Monatssumme des Niederschlags alle bisherigen Rekorde brach. Mit

170 mm wurden die bisherigen Rekordhalter 1900 und 1968 auf der Mittleren Alb noch um einige mm übertroffen. Der Spätwinter behauptete sich im Februar mit ausdauernder Kraft. Die Wintersportler kamen trotz nicht gerade hoher Schneehöhen von 10-20 cm bis Mitte März aber noch voll auf ihre Kosten. Auch in der letzten Märzwoche wurde die Alb nochmals in eine dicke Schneelandschaft eingehüllt. Am 8. April wurden die letzten Schneereste des Winters 2003/04 notiert. Zuvor wurde es allerdings am 17. März bereits bis zu 22°C warm. Der ansonsten sehr wechselhafte Frühlingsmonat April zeigte sich eher ruhig, ziemlich sonnig und trocken. Dagegen übernahm der Wonnemonat Mai

die Aprilattribute und 14 Tiefs brachten Regen und kühle Temperaturen. Zu Vegetationsschäden kam es durch einen intensiven Spätfrost am 24. Mai. In Erdbodennähe wurden –5.6°C gemessen.

Während vor einem Jahr subtropisches Wetter im Frühsommer den Jahrhundertsommer einleiteten,

pendelten die Temperaturen im Juni ziemlich genau im Normalbereich. Es war aber recht sonnig und deutlich zu trocken. Erst am 16. Juli kam der Hochsommer richtig auf Touren. Das Hoch „ERICH“ ,

ein Ableger des Azorenhochs, ließ die Temperaturen häufig über die Sommertagsmarke von 25°C ansteigen, Hitzetage über 30°C wurden allerdings den ganzen Sommer 2004 über nicht notiert. Mit 29°C wurde am 12. August der Jahreshöchstwert der Temperatur gemessen. An diesem Tage endete bereits aber auch gleichzeitig der Hochsommer.

Ein kurzer Altweibersommer flackerte noch einmal in der ersten Septemberdekade auf mit bis zu 25.4°C am 10. Dann brachten 4 ehemalige tropische Wirbelstürme mit ihren Wetterfronten Unruhe in die Wetterküche. Ziemlich windig, regnerisch und oft wolkenverhangen endete der erste Herbstmonat.

Meilenweit von einem goldenen Oktober entfernt war man auch in der Folgezeit. Über doppelt so viel Regen wie normal und weniger als 100 Stunden Sonne waren keine erfreulichen Oktoberklimadaten.

Sieht man einmal vom Sturm- und Schneetief „JUTTA“ ab, das am 9. und 10. November erstmals den Frühwinter mit einer bis zu 5 cm hohen Schneedecke auf die Alb brachte, so war der Vollherbst doch ziemlich ruhig, aber ziemlich trüb.

Als ein Wintermonat mit 2 Gesichtern präsentierte sich der letzte Jahresmonat. Zunächst herrschte sehr sonniges und ruhiges Spätherbstwetter mit kalten Nächten, dann folgten winterliche Turbulenzen. Am 18. hielt der Winter mit einer 10 cm hohen Schneedecke seinen Einzug. Weitere Schneefälle folgten und erhöhten zur Freude der Wintersportler die Schneehöhe bis auf 25 cm. Das sog. Weih-

nachtstauwetter durch Sturmtief „GERTA“ sorgte aber leider nur für Weißgrüne Weihnachten.

Intensive Schneefälle am 26.+27. Dezember stellten jedoch wieder eine tiefverschneite Winterland- schaft her, die trotz beginnendem Tauwetter am Jahreswechsel noch Bestand hatte.

KLIMADATEN JAHR 2004: Mit einer mittleren Jahrestemperatur von 7.0°C war es um 0.3° wärmer als normal. Der August war der wärmste Monat, im Dezember war es am kältesten. Die Temperatur-

spanne reichte von 29.1°C am 12.8. bis zu -18.6°C am 28.2. Frosttage wurden 140 notiert (normal

136). Eistage mit Dauerfrost zählte man 33 (normal 40). Sommertage mit 25°C oder mehr gab es 26 (normal 18), aber keinen Hitzetag (normal 2).

Die Sonne schien 1711 Stunden lang, damit um 6 % länger als üblich. Ohne Sonne waren 65 Tage, während an 57 Tagen mehr als 10 Stunden Sonnenschein gemessen wurden. Der Juni war mit 216 Stunden der sonnigste Monat, im trüben November gab es lediglich 43 Stunden.

Niederschlag fiel an 225 Tagen, davon an 30 Tagen über 10 mm. Die Jahressumme von 997 mm

entsprach 105 % des langjährigen Normalwertes. Es wurden nur 24 Gewittertage registriert (normal

35). Auch die Hagelfälle (in Engstingen 2) waren auf der Albhochfläche eher selten und nicht so intensiv wie im Vorjahr. Der Januar war mit 170 mm bereits der naßeste Monat, am trockensten war es im November mit nur 40 mm. Klare Luft und eine gute Fernsicht konnte man an 136 Tagen auf der Alb erleben, während Nebel nur an 32 Tagen in Engstingen für schlechte Sichtverhältnisse sorgte (normal 73).

       KLIMASTATION ENGSTINGEN: DAS WETTERJAHR 2003

 

JAHRHUNDERTREKORD DER SONNE – JAHRTAUSENDSOMMER

SONNE UND SOMMER AUF ABSOLUTEM REKORDKURS

 

     11 MONATE MIT SONNENSCHEINPLUS

   ALB IM SPÄTSOMMER WIE EINE STEPPE

 

2056 STUNDEN SONNE – 57 SOMMERTAGE – NUR 823 MM NIEDERSCHLAG

Als ein Jahrhundertjahr geht das Jahr 2003 in die Wetteranalen ein. Zahlreiche, zum Teil sogar historische Superlative konnten registriert werden. Viele neue absolute Rekordmarken setzten dabei die Klimaparameter Temperatur und Sonne. Noch nie seit Beginn der zuverlässigen Sonnenschein-

messungen vor ca. 110 Jahren gab es so viel Sonnenschein in einem Jahr und auch sämtliche Temperaturstatistiken, die immerhin bis zu maximal 200 Jahren zurückreichen, konnten in Süddeutschland keinen ähnlich heißen Sommer wie heuer aufweisen. Aus bis zu über 1000 Jahren alten Wetterchroniken wird von den Jahren 1000, 1473 und besonders 1540 von ungewöhnlicher Sommerhitze und extremer Trockenheit berichtet. Da von diesem Jahr an bis zum Ende des 18. Jahrhundert keine weiteren derartigen Berichte vorliegen, kann man wohl mit Sicherheit annehmen, daß unsere Region zumindest seit 1540 keinen derartig heißen und wohl auch kaum einen ähnlich sonnigen Sommer erlebt hat. Die Diskussionen über einen möglichen Klimawandel bzw. Klimazonen-

verschiebung haben erneut eine Brisanz erhalten.

Begonnen hat das Rekordjahr mit einer brodelnden Wetterküche im Januar. Bereits am 2. brauste das erste Sturmtief „CALVANN“ mit Spitzenböen von über 100 km/h über die Alb. Der Winter hielt am 5. seinen ersten Einzug, konnte sich aber fast den ganzen Monat lang nicht richtig festsetzen. Reichlich Niederschlag, teils Regen, teils Schnee, wurden von den atlantischen Fronten verursacht. Richtig winterlich mit Dauerfrost und viel Schnee wurde es ab dem 30. Januar. So wurde der Februar ein Wintermonat mit einigen Superlativen, u.a. war es der schneereichste Februar seit immerhin 33 Jahren auf der Mittleren Alb. Den ganzen Monat über lagen 20-40 cm Schnee, am 15. wurde mit

-20°C (-23°C an der Schneeoberfläche) die kälteste Jahrestemperatur anno 2003 gemessen. Das kräftige Spätwinterhoch „HELGA“ erfreute noch bis Anfang März die Wintersportler. Dann startete der Frühling mit dem sonnigsten März seit 50 Jahren. Dabei gab es vom 4.-28. nur 2 Regentage. Auch im ansonsten wetterwendischen April dominierten weiterhin viel Sonne und Trockenheit, nachdem die

letzten spätwinterlichen Eskapaden in der ersten Dekade vorbei waren. Dreigeteilt war das Wetter im Mai. Zunächst noch trocken und bereits hochsommerlich warm (28.5°C am 5. + Saharastaub), dann feuchtkühl mit Bodenfrösten zur Zeit der sog. Eisheiligen, und zum Ende hin subtropisches Wachs-

tumswetter. Mit nur 82 % der normalen Sonnenscheindauer blieb es der einzige Monat des Jahres mit einer negativen Bilanz. Der Sommer startete am 30. Mai und endete als Jahrhundert- bzw. Jahr- tausendsommer schließlich am 22. September.

Im Juni war es heiß und feucht wie im Urwald. Eine permanente Warmluftdüse verfrachtete immer wieder subtropische Luftmassen heran. Die Landwirte hatten Probleme mit der Heuernte durch die ständigen Gewitter mit vielen Regenduschen. Es war der wärmste Juni seit Beginn von Temperaturmessungen in der Region. Weiter auf Temperatur- und Sonnenscheinrekordkurs blieb der Sommer auch im Juli, da ein kleines Sommerloch in der ersten Woche sehr schnell gestopft wurde und weitere subtropische Warmluft die Alb erfasste. Erstaunlich war am Monatsende, daß trotz des Ausbleibens eines kräftigen Sommerhochs die Weichen auf einen Rekordsommer schon gestellt waren.

Und jetzt genau begann nämlich die außergewöhnlichste Großwetterlage des Jahres dem Sommer vollends die Rekordkrone aufzusetzen. Das Omegahoch „MICHAELA“ stellte im August so ziemlich alles bisher dagewesene in Sachen Temperatur geradezu sprichwörtlich „in den Schatten“. In einer

noch nie dagewesenen langen Hitzeperiode wurden u.a. vom 3.-13. täglich Höchstwerte von 32°-35°C auf der jetzt knochentrockenen und steppenartig aussehenden Albhochfläche gemessen. Die wenigen Schauer der einzelnen Hitzegewitter zur Monatsmitte waren nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Einen ähnlich heißen August gab es letztmals 1807 in Süddeutschland.

Erst am 29. brachte das Tief „RUDOLPH“ eine deutliche Abkühlung und mehrstündigen flächenhaften Landregen. In der ersten Septemberhälfte lagen die Temperaturen nach langer Zeit wieder etwas unter den normalen Werten. Ein allerdings nur kurzer Altweibersommer endete schließlich am 22.9. mit dem 57. und letzten Sommertag des Jahres. Die Trockenheit setzte sich jedoch noch bis zum Monatsende hin fort. Nass, windig und kalt war der Oktober. In der ersten Woche fielen über 100 mm. Der Frühwinter machte am 6.+7. mit einer dünnen Schneedecke auf sich aufmerksam. Obwohl es 3 % mehr Sonne als üblich gab, konnte von keinem goldenen Oktober die Rede sein, denn auch in der letzten Monatswoche waren Kälte ( -10°C am 27. an der Schneeoberfläche) und Schnee wetterbestimmend. Im krassen Gegensatz zum Sommer wurde es der kälteste Oktober seit 30 Jahren. Im November dominierten schnell wieder milde Luftmassen und die Spätherbstsonne schien reichlich. Das zunächst noch ruhige Herbstwetter wurde erst am 14. Dezember durch das Sturmtief „FRITZ“ beendet. Windböen bis zu 80 km/h brausten über die Alb und mit der Kaltfront des Tiefs zog der Winter mit Kälte und Schnee ein. Zu Weihnachten präsentierte sich die Landschaft in einem kalten glitzernden Winterkleid bei einer Schneehöhe von ca. 10 cm.  

Klimabilanz:Temperatur: Mit einer Jahresmitteltemperatur von 7.6°C war es anno 2003 um 0.9° wärmer als normal (2002: 7.8°C). Mit Ausnahme von 1996 und 1991 waren die letzten 16 Jahre allesamt wärmer wie üblich. 8 Monate hatten heuer ein Temperaturplus, das im Juni und im August am größten war. Kältester Jahresmonat war der Februar, der auch das größte Temperaturdefizit aufwies. Sommertage mit über 25°C traten an 57 Tagen auf (normal 18) und bei immerhin 16 Tagen (normal 3) steht nun die neue Hitzetagsmarke mit über 30°C. In den letzten 10 Jahren zuvor wurden zusammen ebenfalls 16 Hitzetage registriert.

Sonne: Sie schien 2056 Stunden lang, damit 444 Stunden länger als üblich. Das sonnigste Jahr war bislang 1959 mit ca. 2000 Stunden. Von Juni-September wurden heuer sage und schreibe 1038 Stunden mit Sonne gemessen. Wohl auch ein weiterer einzigartiger Rekord, daß es vom 29. Mai bis zum 30. September, also 125 Tage in Folge, keinen einzigen sonnenscheinlosen Tag gab. An 71 Tagen wurden über 10-stündige Tagessummen registriert.

Niederschlag: 822.8 mm (87 %). Nassester Jahresmonat war der Oktober mit 126 mm, dagegen war es im März mit nur 27 mm am trockensten. Letztmals noch trockener war es 1997 mit nur 777 mm.

Sonstiges: Gewittertage: 45 (normal 35), Nebeltage: 33 (normal 73).

 

KLIMASTATION ENGSTINGEN: WETTERJAHR 2003

 

             TEMPERATUR      NIEDERSCHLAG       SONNE

 

JANUAR   : -2.0°C (+0.1°)   119 mm (198 %)   49 STD. (110 %)

 

FEBRUAR : -4.5°C (-3.5°)   31 mm ( 54 %) 126 STD. (186 %)

 

MÄRZ     :   4.0°C (+2.0°)   27 mm ( 45 %) 186 STD. (155 %)

 

APRIL   :   6.7°C (+0.8°)   58 mm ( 68 %) 199 STD. (127 %)

 

MAI     : 12.5°C (+2.1°)   95 mm ( 92 %) 165 STD. ( 82 %)

 

JUNI     : 19.0°C (+5.4°)   84 mm ( 70 %) 275 STD. (135 %)

 

JULI     : 17.1°C (+1.4°)   64 mm ( 69 %) 272 STD. (124 %)

 

AUGUST   : 19.6°C (+4.5°)   65 mm ( 61 %) 271 STD. (133 %)

 

SEPTEMBER: 11.2°C (-0.8°)   39 mm ( 58 %) 220 STD. (131 %)

 

OKTOBER :   4.6°C (-3.0°)   126 mm (207 %) 128 STD. (103 %)

 

NOVEMBER :   3.8°C (+1.5°)   70 mm ( 97 %)   89 STD. (149 %)

 

DEZEMBER : -1.2°C (-0.3°)   46 mm ( 74 %)  76 STD. (172 %)  

 

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JAHR 2003:   7.6°C (+0.9°)   823 mm ( 87 %) 2056 STD. (128 %)

       KLIMASTATION ENGSTINGEN: DAS WETTERJAHR 2002

 

NASSESTES JAHR SEIT 1939 AUF DER MITTLEREN ALB

WÄRMSTER FRÜHSOMMER SEIT 26 JAHREN – REKORDNÄSSE IM HERBST – FRÜHESTER WINTEREINBRUCH SEIT ÜBER 100 JAHREN IM SEPTEMBER - GRÜNE WEIHNACHTEN

 

Es war wieder ein recht turbulentes Wetterjahr mit einigen met. Besonderheiten. Wie bereits seit einigen Jahren traten auch anno 2002 zahlreiche Wettersuperlative und rekordverdächtige Wetterereignisse auf. So gab es nach einem erneut schneearmen Winter den drittwärmsten Februar seit hundert Jahren. Nach einem ziemlich nassen Wonnemonat Mai sorgten einige Warmluftschübe für den wärmsten Juni seit 26 Jahren. Es reichte aber dennoch nur zu einem Durchschnittssommer, da im Hochsommer oft wechselhaftes und feuchtes Waschküchenwetter herrschte. Statt Altweibersommer gab es im September einen regelrechten Winterfrühstart. Am 25. September lagen

ca. 4-10 cm Schnee auf der Mittleren Alb, damit ein absoluter Jahrhundertrekord. Es folgte der nasseste Herbst seit über 100 Jahren. Mit grünen Weihnachten und Frühlingswetter am Jahresende schloß der Jahrgang 2002 entsprechend viel zu naß und auch wieder deutlich milder als üblich ab.

Das Wetterjahr 2002 begann mit einem Wechselbad im Januar. Von Eiseskälte bis zu Rekordwärme pendelten die Temperaturen. Kurios, daß bereits am allerersten Tag des Jahres mit –19.0°C die tiefste Jahrestemperatur gemessen wurde. Am 30. Januar herrschten bereits Frühlingswerte von +15.4°C. Nur 3 Wochen lang gab es eine Winterlandschaft mit ca. 10-15 cm Schnee, danach war der Hochwinter bereits beendet. Am 3. Februar schien die Sonne fast 9 Stunden lang und ließ die Temperatur im Schatten bis auf 17.7°C ansteigen. Für wenige Tage meldete sich der Spätwinter dann Ende Februar nochmals zurück. Am 22. wurden 13 cm Schnee und Frostwerte bis zu -14.8°C gemessen. Im ersten Frühlingsmonat März war es ziemlich sonnig und 3 Wochen lang recht trocken. Bis zum April war die Vegetation ca. 1 Woche im voraus, bevor es einen nassen Wonnemonat mit Sonnenscheinmangel gab. Den letzten stärkeren Frost mußten die Pflanzen am 7. Mai über sich ergehen lassen, während es kurze Zeit später an den sog. Eisheiligen sommerlich warm war. Bereits am 17. Mai wurde mit 25.9°C erstmals die Sommertagsmarke von 25°C übertroffen. Es folgte im Juni geradezu ein idealer Frühsommer mit 10 Sommertagen in Folge. So früh wie selten wurde dabei die Jahreshöchsttemperatur am 18. mit 32.4°C registriert. Danach war es im Hochsommer oft feucht und durchwachsen wie in den Tropen mit zahlreichen Regengüssen und Gewittern. Auch im Spätsommer konnte sich kein richtig kräftiges Hoch etablieren und so fiel auch der Altweibersommer regelrecht ins Wasser. Einzig positiv, daß sich die Ozonwerte und auch Gewitter mit Hagel sich dadurch deutlich in Grenzen hielten.

Regen, Regen, immer wieder Regen war das vorherrschende Element im Herbst. Dazu noch im September der früheste Wintereinbruch seit Menschengedenken mit Schneebruch in den noch vollbelaubten Herbstwäldern. Mit 440 mm Niederschlag gab es den nassesten Herbst seit Beginn von Wetter- Aufzeichnungen auf der Mittleren Alb. Auch im ersten Wintermonat Dezember fiel zwar weiterhin reichlich Niederschlag, aber zum Leidwesen der Wintersportler fast ausschließlich als Regen. So gab es grüne Weihnachten und frühlingshaftes Jahresabschlußwetter. Wohl einmalig, daß im September somit mehr Schnee lag, als in den Monaten Oktober, November und Dezember zusammen.

 

KLIMABILANZ 2002: Mit einer Mitteltemperatur von 7.8°C war das Jahr um über 1° wärmer als normal, damit das 6. Jahr in Folge mit überdurchschnittlichen Temperaturen. 8 Monate hatten einen Temperaturüberschuß, der im Februar am größten war. Der September hatte anno 2002 das größte Wärmedefizit. Wärmster Jahresmonat war der Juni, am kältesten war es bereits im Januar.

Die Sonne schien 1594 Stunden lang, damit ca. 18 Stunden weniger als üblich. An 58 Tagen schien sie über 10 Stunden, dagegen blieben immerhin 83 Tage sonnenscheinlos. Sonnigster Monat war der Juni mit 263 Stunden, während es im Dezember mit nur 20 Stunden am trübsten war.

Mit 1281 mm Niederschlag (136 %) war es das nasseste Jahr auf der Mittleren Alb seit 1939. Dabei startete der Jahrgang im Januar mit nur 16 mm noch extrem trocken. Im Mai fielen dagegen 167 mm, auch im November wurden 162 mm notiert und im Hochsommermonat Juli 160 mm.  

                                                                                                     Roland Hummel

                                                                                                                    

                                                                                            

 

       WETTERRING 2000+

 

 KLIMASTATION ENGSTINGEN: WETTERJAHR 2001

 

FRÜHJAHRSNÄSSE – SPÄTSOMMER MIT HITZE UND TROCKENHEIT

SCHNEEFLOCKEN IM FRÜHSOMMER – WÄRMSTER OKTOBER SEIT ÜBER 100 JAHREN – WEISSE OSTERN UND WEIHNACHTEN - DAS JAHR 2001 WAR SONNIGER, WÄRMER UND NASSER ALS NORMAL

 

Die kunterbunte Wetterküche hatte auch im Jahr 2001 wieder einige Superlative und Überraschungen zu bieten. Insgesamt reihte sich das Jahr fast schon obligatorisch in die Reihe der wärmeren Jahrgänge ein, mit einer Jahresniederschlagsmenge von 1131 mm (120 %) war es deutlich nasser wie gewöhnlich. Die jährliche Sonnenscheindauer lag mit 1648 Stunden (102 %) etwas über dem langjährigen Durchschnittswert.

Im Januar warteten die Wintersportler vergeblich auf einen richtigen Wintereinzug. Im schneeärmsten Jahresauftakt seit 8 Jahren dominierten eindeutig die Regenwolken. Der Spätwinter kam dann im Februar erst nach einer langen Vorfrühlingsphase doch noch zu seinem Recht. In der letzten Februarwoche und in der 1. Märzwoche stieg die Schneedecke nochmals bis auf 22 cm an, dann war jedoch Winterschluß und mildes Frühlingswetter angesagt. Doch anstatt reichlicher Frühjahrssonne, brausten sage und schreibe 16 Tiefs im März über unsere Region hinweg und hinterließen eine Nässe wie schon lange nicht mehr. Mit 171 mm (normal 60) war es nach 1988 der zweitnasseste März seit über 100 Jahren. Es folgte fast standesgemäß ein typisch wechselhafter und zudem noch kühler April.

Dabei meldete sich der Spätwinter an Ostern mit einer Schneedecke bis zu 7 cm zurück. Ein sog.

kleinräumiger Kaltlufttropfen führte schließlich noch am 21. mit 13 cm Neuschnee zum stärksten Aprilschneefall seit 16 Jahren. Der Gesamtwinter 2000/01 brachte es aber nur auf ganze 48 Schneetage, während es im Durchschnitt 88 sind.

Nach dem trüben, nassen und kühlen Frühlingsauftakt blieb es nun dem Wonnemonat Mai vorbehalten, für eine Wetterbesserung zu sorgen. Und das tat er dann auch mit Bravour. Der geradezu bilderhaft schöne Wonnemonat verwöhnte die gesamte Region mit viel Sonnenschein und reichlicher Wärme. An immerhin 17 Tagen kletterte das Thermometer dabei über die 20°-Marke. Die Eisheiligen waren überhaupt kein Thema und selbst in den Kältemulden blieb man von den Spätfrösten verschont. Die beiden Hochs „RITA“ und „SANDRA“ trugen durch eine 11-tägige Sonnenphase zum Abtrocknen der Böden dazu bei, so daß bereits recht früh mit der Heuernte begonnen werden konnte. Maikäfer nutzten die Schönwetterperiode hingegen für ihre abendlichen Rundflüge. Der Sommer konnte nun also getrost kommen. Und wie er kam: Volle Kanne Schafskälte zum Junibeginn. Erstmals wieder nach 39 Jahren gab es an Pfingsten am 3. Juni sogar wieder Schneeflocken in einem Sommermonat. Über 2 Wochen lang regnete es fast an jedem Tag, doch stiegen die Temperaturen wieder deutlich an. Erst mit der Sommersonnwende kam es durch das Hoch „ZIZZY“ zu einem Wetterwechsel. Vier Tage lang blieb es wolkenlos und die hochstehende Sommersonne ließ das Quecksilber bis auf 28°C im Schatten ansteigen. Der Hochsommer war da.

Der erste Wärmehöhepunkt wurde am 6. Juli mit fast 30° erreicht. Vom 12. –20. Juli legte der Sommer mit einer 8-tägigen Regenperiode eine kleine Pause ein. Dann etablierten sich die beiden Hochs „FABIOLA“ und „GILDA“ und ließen die wärmste Jahreszeit sich voll entfalten. Der August wurde schließlich der wärmste Jahresmonat und hatte am 15. mit 31.5°C auch die höchste Temperatur.

Eine sog. Omegahochwetterlage blockte lange Zeit die Schlechtwetterfronten vom Atlantik ab und lenkte mit Ostwinden eine angenehm warme und trockene Kontinentalluft auf die Albhochfläche. Lokale Hitzegewitter waren daher selten und auch die Hagelfälle hielten sich in Grenzen. Dafür gab es oft ideale Bedingungen für Freizeitvergnügungen und auch die Getreideernte lief auf Hochtouren.

Es war schließlich der wärmste Sommer seit 7 Jahren.

Mit dem Monatswechsel zu September war die wärmste Jahreszeit aber bereits vorbei. Kein Altweibersommer weit und breit, dafür aber Regen fast ohne Ende. Insgesamt 13 Tiefs brachten eine zweiwöchige Regenphase. Mit nur 82 Stunden Sonnenschein war es einer der trübsten Frühherbstmonate in den letzten 50 Jahren. Dafür folgte hingegen ein goldener Oktober mit einigen absoluten Superlativen. Wärmster Oktober seit über 100 Jahren ! Oktober wärmer als September !

An 7 Tagen lagen die Nachmittagswerte über der 20°-Marke, sämtliche Nächte blieben frostfrei.

Der erste Herbstfrost trat dann am 1. November auf und am 8. begann es zu schneien. Der Frühwinter versuchte im November mehrmals, aber vergeblich, bereits richtig Fuß zu fassen. Immerhin wurden 10 Schneetage notiert. Ein recht turbulenter Dezember rundete dann das Wetterjahr 2001 ab. Dabei war es in der ersten Dezemberhälfte geradezu frühlingshaft mild mit Temperaturen bis +10°C. Doch dann übernahmen Väterchen Frost und Frau Holle das Zepter. Kräftige Schneefälle sorgten für die schneereichsten Weihnachten seit 15 Jahren. Bis zu 24 cm hoch lag der Schnee am 27. Dezember.

Zuvor war es allerdings rekordverdächtig kalt. In den Frühstunden des Hl. Abend wurde mit –24.7°C nicht nur die kälteste Temperatur im Jahre 2001 gemessen, sondern auch die kälteste Dezembertemperatur in Engstingen seit dem Meßbeginn im Jahre 1987. Die märchenhafte Winter-

landschaft wurde am 28.+29. Dezember durch das Sturmtief Noah kurzzeitig zerstört. Starker Schneefall und Frosttemperaturen verhalfen der Alb aber noch rechtzeitig vor dem Jahreswechsel wieder zu einer richtigen Winterlandschaft. Bei Dauerfrost und Pulverschnee von ca. 15 cm hieß es überall: Ski und Rodel gut.

 

Klimabilanz 2001: Mit einem Jahresmittel von 7.4°C war das Jahr 2001 um 0.7° wärmer als üblich (2000: 7.9°C). Im Oktober trat der größte Wärmeüberschuß auf, hingegen im September das größte Wärmedefizit. Der Dezember war der kälteste Monat, der August der wärmste. Niederschlag fiel an 216 Tagen (normal 200), insgesamt wurden 1131 mm notiert (normal 945). Nassester Monat war der März, der trockenste der August mit 51 mm. Die Sonne schien 1648 Stunden lang, 2 % länger als üblich. Ohne Sonne waren 63 Tage, hingegen gab es aber 52 Tage mit über 10 Stunden Sonnenschein. Sonnigster Monat war der August mit 254 Stunden, am trübsten war es im März mit nur 54 Stunden Sonne. Gewittertage: 20 (normal 35). Nebeltage: 47 (normal 73)

 

                                                                                                           Roland Hummel

                                                                                                        WETTERRING 2000+

 

 

                         KLIMASTATION ENGSTINGEN: WETTERJAHR 2001

 

             TEMPERATUR     NIEDERSCHLAG       SONNE

 

JANUAR   : -0.3°C (+1.8°)   82 mm (137 %)   80 STD. (183 %)

 

FEBRUAR :   0.6°C (+1.6°)   69 mm (121 %)   83 STD. (121 %)

 

MÄRZ     :   4.6°C (+2.6°)   171 mm (285 %)   54 STD. ( 45 %)

 

APRIL   :   5.2°C (-0.7°)   94 mm (111 %) 113 STD. ( 72 %)

 

MAI     : 13.4°C (+3.0°)   74 mm ( 72 %) 244 STD. (122 %)

 

JUNI     : 12.8°C (-0.8°)   97 mm ( 81 %) 217 STD. (106 %)

 

JULI     : 16.5°C (+0.8°)   71 mm ( 76 %) 254 STD. (115 %)

 

AUGUST   : 16.9°C (+1.8°)   51 mm ( 48 %) 231 STD. (113 %)

 

SEPTEMBER:   9.2°C (-2.8°)   153 mm (232 %)   82 STD. ( 49 %)

 

OKTOBER : 10.7°C (+3.1°)   84 mm (137 %) 151 STD. (121 %)

 

NOVEMBER :   1.2°C (-1.1°)   112 mm (155 %)   77 STD. (129 %)

 

DEZEMBER : -2.1°C (-1.2°)   74 mm (119 %)   63 STD. (144 %)  

 

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JAHR 2001:   7.4°C (+0.7°) 1131 mm (120 %) 1648 STD. (102 %)

 

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                             Roland Hummel

                           WETTERRING 2000+

                                                                                                                   

 

      WETTERRING 2000+

 

  KLIMASTATION ENGSTINGEN: DAS WETTERJAHR 2000

 

 ZWEITWÄRMSTES JAHR DER LETZTEN 100 JAHRE

10 MONATE WÄRMER ALS NORMAL – IM JULI FIEL DER HOCHSOMMER IN EIN KALTES LOCH – 1624 STUNDEN SONNE - VON DER WILDEN HILDE IM JANUAR BIS ZUR ERDBEERBLÜTE IM DEZEMBER

 

Auch das allerletzte Jahr des alten Jahrtausends brachte viele interessante Wetterereignisse und einige meteorologische Superlative. In die Annalen des Engstinger Klimaarchives geht es als das zweitwärmste des Jahrhunderts ein. Nur 1994 lag die Jahresmitteltemperatur noch geringfügig höher.

10 Monate hatten anno 2000 einen Temperaturüberschuß. Nur im Januar und ausgerechnet im Hochsommermonat Juli gab es Temperaturdefizite. Mit einer Niederschlagsmenge von 994 mm (105 %), sowie 1624 Stunden Sonnenschein (101 %) wurden ziemlich normale Jahreswerte erreicht.

Seiner Rolle als kältester Jahresmonat wurde der Januar völlig gerecht. Die wilde „HILDE“, fegte mit ihren Schneewolken im letzten Januardrittel über die Alb und hinterließ eine tief verschneite Winterlandschaft. Es folgten bitterkalte Nächte mit Frosttemperaturen bis zu –25.6°C. Am Monatsende aber war die Alb wieder nahezu schneefrei, da atlantische Tiefs mit Frühlingsluft und Regenwetter heranbrausten. Durch weitere Tiefs gestaltete sich das Wetter im Februar so wechselhaft wie im April.

Auch im März waren ständig wechselnde Wetterlagen an der Tagesordnung. Ausgerechnet der ansonsten wetterwendische April zeigte dagegen ein völlig ungewohntes Gesicht. Im drittwärmsten April seit 40 Jahren dominierte frühsommerliche Wärme bis zu 24°C und Trockenheit. Saharaluft lag in der letzten Aprilwoche über der Alb und trübte den blauen Himmel.

Eine verkehrte Wetterwelt herrschte auch im Wonnemonat Mai. In der ersten Hälfte war es bereits so warm wie im Juni, während die Temperaturen im letzten Drittel auf April-Niveau zurückgingen. Zur Zeit der sog. Eisheiligen war es zur Monatsmitte warm und feucht, damit ideales Pflanzenwachstum. Der Frühling 2000 war der wärmste seit 19 Jahren.

Auch der Frühsommer wollte da temperaturmäßig nicht nachstehen und legte sich im Juni mächtig ins Zeug. Fast 300 Stunden lang schien die Sonne und ließ die Nachmittagstemperaturen oft auf 25-30°C ansteigen. Dank Hoch „AXEL“ gab es tagsüber Badewetter und abendliches Grillpartyvergnügen. Dem Hochsommer stand eigentlich nichts mehr im Wege. Doch mit der Sommersonnwende fiel die Temperaturkurve plötzlich steil bergab. Die verspätete Schafskälte war da. Am 27. Juni, dem sog. Siebenschläfertag gab es in der Frühe sogar nochmals leichten Bodenfrost. Das verhieß nichts Gutes und so sollte es schließlich in der Folgezeit auch kommen. Auf den wärmsten Juni seit 24 Jahren folgte prompt der kühlste Juli seit 20 Jahren. Die erste Hochsommerwoche war mit Temperaturen bis zu 27°C noch recht warm, doch dann tat sich am 8. ein großes Sommerloch auf. Kühles und schmuddeliges Schneckenwetter vermieste lange Zeit jegliches Urlaubsvergnügen für die Daheimgebliebenen. Die Bademeister der Region konnten ihre Gäste zeitweise an einer Hand abzählen. Erst in der zweiten Augustwoche vertrieb Hoch „GERRIT“ die dicken Regenwolken und verhalf dem Spätsommer zu seinem Auftritt. Dieser dauerte aber auch nicht allzu lange, denn bereits am 27. August zog der Frühherbst auf der Alb ein. Insgesamt war der Sommer 2000 jedoch aus klimatologischer Sicht weitaus besser als sein schlechter Ruf.

Im Herbstmonat September sorgten die ersten herbstlichen Tiefs für eine Menge Wolken und Regennachschub. Der sog. Altweibersommer fand nur sporadisch statt, eine längere Schönwetterphase fehlte völlig. Am 27. gab es im Bereich Sonnenbühl-Engstingen- Hohenstein ein heftiges Gewitter mit Hagel, der die Landschaft stellenweise in eine frühwinterliche Landschaft verwandelte. Auch der Oktober zeigte sich nicht von seiner besten Seite. Nur 64 Stunden Sonnenschein, dafür aber 20 Tage mit Regen. Durch den hohen Bedeckungsgrad blieben die Nächte verhältnismäßig mild und, mit Ausnahme des 8., sogar frostfrei.

Am 17. November gab der Frühwinter ein erstes kurzes Gastspiel. Doch zum Monatsende hin wurde es durch eine südwestliche Luftströmung immer wärmer. In der ersten Dezemberhälfte blieb es weiterhin frühlingshaft mild und in einigen Gärten begannen sogar die Erdbeeren zu blühen. Nach den ersten grünen Weihnachten seit 8 Jahren verabschiedete sich der Dezember aber standesgemäß mit

einer Schneedecke von 8 cm und klirrender Kälte bis –12°C am Sylvesterabend.

 

   KLIMASTATION ENGSTINGEN: DAS WETTERJAHR 2000

 

Klimatologische Bilanz: Mit einer Mitteltemperatur von 7.9°C (normal 6.7°) war das Jahr 2000 nach 1994 (8.2°) das wärmste in den letzten 100 Jahren. Mit Ausnahme von Januar und Juli waren alle übrigen Monate wärmer als üblich. Der August war der wärmste Jahresmonat. Die Temperaturspanne reichte anno 2000 von –25.6°C am 25. Januar bis zu 30.2°C am 20.8. Sommertage mit Werten über 25°C wurden immerhin 23 notiert (normal 18), dagegen gab es nur 104 Frosttage (normal 136). Dauerfrost gab es sogar nur an 14 Tagen (normal 40).

Die Sonne schien mit 1624 Stunden nur geringfügig länger als üblich. Sonnigster Jahresmonat war der Juni mit 291 Stunden, während der trübste Jahresmonat Dezember es nur auf 49 Stunden brachte. Ohne Sonne waren 61 Tage, hingegen standen 55 Tage mit über 10 Stunden Sonnenschein.

Niederschlag fiel an 210 Tagen (normal 200) und summierte sich auf 994 mm (normal 945 mm). Trockenster Jahresmonat war überraschend der April mit lediglich 39 mm, dicht gefolgt vom Juni mit 40 mm und Dezember mit 41 mm. Nassester Monat war der Wonnemonat Mai mit 134 mm, gefolgt vom März mit 131 mm und Juli mit 126 mm. Gewittertage wurden 37 notiert (normal 35).

 

Monatsbilanzen:        

 

                           Temperatur-Mittel                       Sonne                       Niederschlag

 

JANUAR 2000       -2.5°(-0.4)   64 Std.(146 %)   62 mm (102 %)

FEBRUAR 2000       1.8°(+2.8)   78 Std.(114 %)   110 mm (192 %)

März 2000         3.2°(+1.2) 104 Std.( 87 %)   131 mm (218 %)

APRIL 2000         8.3°(+2.4) 156 Std.(100 %)   39 mm ( 46 %)

MAI 2000         12.1°(+1.7) 188 Std.( 94 %)   134 mm (130 %)

JUNI 2000         15.5°(+2.1) 291 Std.(143 %)   40 mm ( 33 %)

JULI 2000         13.6°(-2.1) 184 Std.( 84 %)   126 mm (136 %)

AUGUST 2000       16.1°(+1.0) 218 Std.(107 %)   76 mm ( 72 %)

SEPTEMBER 2000   12.3°(+0.3) 154 Std.( 91 %)   121 mm (184 %)

OKTOBER 2000       8.6°(+1.0)   64 Std.( 52 %)   49 mm ( 81 %)

NOVEMBER 2000     3.8°(+1.5)   75 Std.(124 %)   65 mm ( 90 %)

DEZEMBER 2000     1.8°(+2.7)   49 Std.(110 %)   41 mm ( 66 %)

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JAHR 2000         7.9°(+1.2) 1624 Std.(101 %)   994 mm (105 %)

 

 

                                

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