WETTERRING 2000+

 

 

 

Startseite
Nach oben

 

 

 

 

 

 

 

Wetterrinformationen Archiv

 

Berichte und Infos 2000

 

                                                                                                                      

Engstingen, 22.01.2001

 

WETTERRING 2000+

 

KLIMASTATION ENGSTINGEN: DAS WETTERJAHR 2000

 

ZWEITWÄRMSTES JAHR DER LETZTEN 100 JAHRE

10 MONATE WÄRMER ALS NORMAL –

IM JULI FIEL DER HOCHSOMMER IN EIN KALTES LOCH –

1624 STUNDEN SONNE

VON DER WILDEN HILDE IM JANUAR BIS ZUR ERDBEERBLÜTE IM DEZEMBER

 

Auch das allerletzte Jahr des alten Jahrtausends brachte viele interessante Wetterereignisse und einige meteorologische Superlative. In die Annalen des Engstinger Klimaarchives geht es als das zweitwärmste des Jahrhunderts ein. Nur 1994 lag die Jahresmitteltemperatur noch geringfügig höher.

10 Monate hatten anno 2000 einen Temperaturüberschuß. Nur im Januar und ausgerechnet im Hochsommermonat Juli gab es Temperaturdefizite. Mit einer Niederschlagsmenge von 994 mm (105 %), sowie 1624 Stunden Sonnenschein (101 %) wurden ziemlich normale Jahreswerte erreicht.

Seiner Rolle als kältester Jahresmonat wurde der Januar völlig gerecht. Die wilde „HILDE“, fegte mit ihren Schneewolken im letzten Januardrittel über die Alb und hinterließ eine tief verschneite Winterlandschaft. Es folgten bitterkalte Nächte mit Frosttemperaturen bis zu –25.6°C. Am Monatsende aber war die Alb wieder nahezu schneefrei, da atlantische Tiefs mit Frühlingsluft und Regenwetter heranbrausten. Durch weitere Tiefs gestaltete sich das Wetter im Februar so wechselhaft wie im April.

Auch im März waren ständig wechselnde Wetterlagen an der Tagesordnung. Ausgerechnet der ansonsten wetterwendische April zeigte dagegen ein völlig ungewohntes Gesicht. Im drittwärmsten April seit 40 Jahren dominierte frühsommerliche Wärme bis zu 24°C und Trockenheit. Saharaluft lag in der letzten Aprilwoche über der Alb und trübte den blauen Himmel.

Eine verkehrte Wetterwelt herrschte auch im Wonnemonat Mai. In der ersten Hälfte war es bereits so warm wie im Juni, während die Temperaturen im letzten Drittel auf April-Niveau zurückgingen. Zur Zeit der sog. Eisheiligen war es zur Monatsmitte warm und feucht, damit ideales Pflanzenwachstum. Der Frühling 2000 war der wärmste seit 19 Jahren.

Auch der Frühsommer wollte da temperaturmäßig nicht nachstehen und legte sich im Juni mächtig ins Zeug. Fast 300 Stunden lang schien die Sonne und ließ die Nachmittagstemperaturen oft auf 25-30°C ansteigen. Dank Hoch „AXEL“ gab es tagsüber Badewetter und abendliches Grillpartyvergnügen. Dem Hochsommer stand eigentlich nichts mehr im Wege. Doch mit der Sommersonnwende fiel die Temperaturkurve plötzlich steil bergab. Die verspätete Schafskälte war da. Am 27. Juni, dem sog. Siebenschläfertag gab es in der Frühe sogar nochmals leichten Bodenfrost. Das verhieß nichts Gutes und so sollte es schließlich in der Folgezeit auch kommen. Auf den wärmsten Juni seit 24 Jahren folgte prompt der kühlste Juli seit 20 Jahren. Die erste Hochsommerwoche war mit Temperaturen bis zu 27°C noch recht warm, doch dann tat sich am 8. ein großes Sommerloch auf. Kühles und schmuddeliges Schneckenwetter vermieste lange Zeit jegliches Urlaubsvergnügen für die Daheimgebliebenen. Die Bademeister der Region konnten ihre Gäste zeitweise an einer Hand abzählen. Erst in der zweiten Augustwoche vertrieb Hoch „GERRIT“ die dicken Regenwolken und verhalf dem Spätsommer zu seinem Auftritt. Dieser dauerte aber auch nicht allzu lange, denn bereits am 27. August zog der Frühherbst auf der Alb ein. Insgesamt war der Sommer 2000 jedoch aus klimatologischer Sicht weitaus besser als sein schlechter Ruf.

Im Herbstmonat September sorgten die ersten herbstlichen Tiefs für eine Menge Wolken und Regennachschub. Der sog. Altweibersommer fand nur sporadisch statt, eine längere Schönwetterphase fehlte völlig. Am 27. gab es im Bereich Sonnenbühl-Engstingen- Hohenstein ein heftiges Gewitter mit Hagel, der die Landschaft stellenweise in eine frühwinterliche Landschaft verwandelte. Auch der Oktober zeigte sich nicht von seiner besten Seite. Nur 64 Stunden Sonnenschein, dafür aber 20 Tage mit Regen. Durch den hohen Bedeckungsgrad blieben die Nächte verhältnismäßig mild und, mit Ausnahme des 8., sogar frostfrei.

Am 17. November gab der Frühwinter ein erstes kurzes Gastspiel. Doch zum Monatsende hin wurde es durch eine südwestliche Luftströmung immer wärmer. In der ersten Dezemberhälfte blieb es weiterhin frühlingshaft mild und in einigen Gärten begannen sogar die Erdbeeren zu blühen. Nach den ersten grünen Weihnachten seit 8 Jahren verabschiedete sich der Dezember aber standesgemäß mit

einer Schneedecke von 8 cm und klirrender Kälte bis –12°C am Sylvesterabend.

Roland Hummel

 

WETTERRING 2000+                               -2-

 

KLIMASTATION ENGSTINGEN: DAS WETTERJAHR 2000

Klimatologische Bilanz:
Mit einer Mitteltemperatur von 7.9°C (normal 6.7°) war das Jahr 2000 nach 1994 (8.2°) das wärmste in den letzten 100 Jahren. Mit Ausnahme von Januar und Juli waren alle übrigen Monate wärmer als üblich. Der August war der wärmste Jahresmonat. Die Temperaturspanne reichte anno 2000 von –25.6°C am 25. Januar bis zu 30.2°C am 20.8. Sommertage mit Werten über 25°C wurden immerhin 23 notiert (normal 18), dagegen gab es nur 104 Frosttage (normal 136). Dauerfrost gab es sogar nur an 14 Tagen (normal 40).

Die Sonne schien mit 1624 Stunden nur geringfügig länger als üblich. Sonnigster Jahresmonat war der Juni mit 291 Stunden, während der trübste Jahresmonat Dezember es nur auf 49 Stunden brachte. Ohne Sonne waren 61 Tage, hingegen standen 55 Tage mit über 10 Stunden Sonnenschein.

Niederschlag fiel an 210 Tagen (normal 200) und summierte sich auf 994 mm (normal 945 mm). Trockenster Jahresmonat war überraschend der April mit lediglich 39 mm, dicht gefolgt vom Juni mit 40 mm und Dezember mit 41 mm. Nassester Monat war der Wonnemonat Mai mit 134 mm, gefolgt vom März mit 131 mm und Juli mit 126 mm. Gewittertage wurden 37 notiert (normal 35).

Monatsbilanzen:         

 

                                   Mittel               Sonne                  Niederschlag

JANUAR 2000       -2.5°(-0.4)   64 Std.(146 %)    62 mm (102 %)

FEBRUAR 2000       1.8°(+2.8)  110 Std.(192 %)    78 mm (114 %)

März 2000          3.2°(+1.2)  104 Std.( 87 %)   131 mm (218 %)

APRIL 2000         8.3°(+2.4)  156 Std.(100 %)    39 mm ( 46 %)

MAI 2000          12.1°(+1.7)  188 Std.( 94 %)   134 mm (130 %)

JUNI 2000         15.5°(+2.1)  291 Std.(143 %)    40 mm ( 33 %)

JULI 2000         13.6°(-2.1)  184 Std.( 84 %)   126 mm (136 %)

AUGUST 2000       16.1°(+1.0)  218 Std.(107 %)    76 mm ( 72 %)

SEPTEMBER 2000    12.3°(+0.3)  154 Std.( 91 %)   121 mm (184 %)

OKTOBER 2000       8.6°(+1.0)   64 Std.( 52 %)    49 mm ( 81 %)

NOVEMBER 2000      3.8°(+1.5)   75 Std.(124 %)    65 mm ( 90 %)

DEZEMBER 2000      1.8°(+2.7)   49 Std.(110 %)    41 mm ( 66 %)

---------------------------------------------------------------

JAHR 2000          7.9°(+1.2) 1624 Std.(101 %)   994 mm (105 %)

 

Roland Hummel

WETTERRING 2000+    

 

 

KLIMASTATION ENGSTINGEN: DEZEMBER  2000

Datum  Mittel Maximum Minimum Sonne Niederschlag Schneehöhe

  1.   3.1    10.5   - 2.0    4.7     0.0         .

  2.   3.8     9.6     1.0     .      0.4         .

  3.   4.0     7.1   - 0.9     .       .          .

  4.   4.4     8.2     1.9    3.6     3.8         .

  5.   3.1    10.5   - 0.6    6.8      .          .

  6.   4.8     7.8   - 1.4    0.4     0.2         .

  7.   4.9     9.5   - 0.9    2.2     1.9         .

  8.   7.2    11.2     5.1    0.6     1.4         .

  9.   4.6     9.3     1.8    1.9      .          .

 10.   6.4     7.9     0.9     .      2.0         .

 11.   7.2    13.4     4.0    4.7      .          .

 12.   7.1    11.1     4.1    1.3      .          .

 13.   8.6    12.6     4.5    2.4     0.0         .

 14.   5.7     8.2     4.8     .      0.6         .

 15.   1.7     5.5     0.9    2.0     6.0*        .

 16.  –0.2     0.9   - 0.8    0.3     5.0*        4

 17.   1.0     2.7   - 1.1     .      0.5*        6

 18.   0.4     2.9   - 1.9    1.5     7.5*        5

 19.   3.2     6.9     0.9    0.3     1.0         2

 20.  –1.9     3.0   - 2.8     .       .          .

 21.  –4.4    -2.6   - 5.5     .       .          .

 22.  –6.4    -4.5   - 6.9     .       .          .

 23.  –3.2     5.7   -10.1    7.4      .          .

 24.  –2.0     1.4   - 8.1    0.2     0.1         .

 25.   1.9     3.9   - 0.7     .      2.7         .

 26.   2.4     6.8     0.8    3.4     0.3         .

 27.   1.6     9.3   - 1.4    4.1     0.7         .

 28.  –0.5     2.9   - 3.2    0.2     0.3*        .

 29.  –1.6    -0.2   - 5.3     .      4.0*        R

 30.  –2.6    -0.4   - 5.0     .      2.4*        5

 31.  –7.2    -0.9   -12.0    0.6     0.0*        8

---------------------------------------------------------

  Ø    1.8     5.8   - 1.3   48.6 ST 40.8 mm     1.0 cm

ljh Ø –0.9     2.4   - 4.3   44.0 ST 62.0 mm     7.7 cm   

---------------------------------------------------------

 

FRÜHLINGSERWACHEN IM HOCHWINTER – WÄRMSTER

DEZEMBER SEIT 15 JAHREN- GRÜNE WEIHNACHTEN:

Der Hochwintermonat Dezember präsentierte sich in der ersten Hälfte von einer ungewöhnlich milden Seite. Über 2 Wochen lang steuerten atlantische Tiefs subtropische Warmluft in unsere Region. Mit 13.4°C wurde am 11. der Monatshöchstwert gemessen. In den Nächten blieb es oft frostfrei. Da ständig ein Frühlingshauch in der Luft lag, begann sich die Vegetation zu rühren. In einigen Gärten begannen die Erdbeeren zu blühen. Die Mitteltemperatur entsprach zu dieser Zeit den normalen Werten von Mitte April. Seit 200 Jahren war es der wärmste Abschnitt eines Dezembers auf der Mittleren Alb. Daß es letztendlich kein absoluter Rekordmonat wurde verhinderten 2 Kaltlufteinbrüche. Nach 7 Jahren in Folge mit weißen Weihnachten gab es heuer grüne Feiertage. Erst kurz vor Jahresende fiel wieder Schnee, gerade ausreichend für eine Schlittenfahrt auf dem Kreuzberg oder am Katzenbuckel. Knackige Kälte gab es am Silvesterabend, als die Temperatur kurzzeitig bis auf –12°C im Engstinger Talkessel absank.

Roland Hummel

WETTERRING 2000+ 

 

KLIMASTATION ENGSTINGEN: NOVEMBER 2000

Datum Mittel Maximum Minimum Sonne Niederschlag Schneehöhe

  1.   5.2   10.2      1.8    6.2      .          .

  2.   8.0   12.2      1.7    6.6     1.4         .

  3.   5.7   11.0      4.7    2.8     6.3         .

  4.   3.5    7.3      1.8    1.7     3.0         .

  5.   3.8    8.3      1.6    7.9     0.5         .

  6.   5.6    8.5      1.8     .      7.2         . 

  7.   5.7    9.3      2.1    4.6      .          .

  8.   6.4   10.2      2.2    2.8     0.0         .

  9.   5.0    8.5      2.8    2.6      .          .

 10.   2.7    8.5     -3.0    4.2     0.5         .

 11.  –0.1    7.3     -3.5    6.7      .          .

 12.   5.2    8.7     -4.1    1.2     0.1         .

 13.   6.6   12.4      2.6    0.3     4.5         .

 14.   3.6    7.3      2.9     .     14.2         .

 15.   3.0    6.6      1.8    0.1      .          .

 16.   1.8    5.8     -0.7    1.7     4.4*        .

 17.   0.7    2.3      0.4     .      7.5*        1

 18.   0.3    2.2     -1.2    0.3      .          3

 19.   1.5    3.9     -1.8    5.8     0.4         R

 20.   2.4    4.8      1.5     .       .          R

 21.   1.0    6.2     -1.4    2.9     1.3*        .

 22.   5.5    7.3     -1.4    1.0     4.0         .

 23.   6.5    8.6      1.2     .      1.0         .

 24.   4.0    6.6      3.2     .      0.7         .

 25.   2.2    4.3      1.2    0.2     2.8*        .  

 26.   2.6    5.5      0.7    0.3     1.7         .

 27.   2.4    5.6     -0.7    2.9     3.0         .

 28.   4.9   10.9      1.5    1.1      .          . 

 29.   3.4   11.2     -0.4    4.3      .          .

 30.   4.4   13.7      1.5    6.4      .          .

 ---------------------------------------------------------

  Ø    3.8    7.8      0.8   74.6 ST 64.5 mm     0.1 cm

ljh Ø  2.3    6.2     -1.1   60.0 ST 72.0 mm     2.0 cm

----------------------------------------------------------

 

MILDESTER NOVEMBER SEIT 6 JAHREN – NUR 2 SCHNEETAGE:

Der letzte Herbstmonat war überwiegend von milden Luftmassen geprägt. Insgesamt 13 Tiefs sorgten immer wieder für eine westliche bis südwestliche Grundströmung. Der Frühwinter gab nur ein kurzes Gastspiel. Zum Monatsende hin wurde es geradezu frühlingshaft mild. In einigen Gärten blühten die Erdbeeren und auf den Wiesen reckten die Gänseblümchen ihre Hälse in die Höhe.

 

MET. HERBST 2000 (SEP+OKT+NOV): WÄRMSTER HERBST SEIT 13

JAHREN – ALLE 3 MONATE MIT WÄRMEÜBERSCHUSS – HERBST 2000

OHNE AUSSERGEWÖHNLICHE WETTEREREIGNISSE:

Der Herbst verlief aus klimatologischer Sicht ziemlich unspektakulär. Im September trat kein richtiger Altweibersommer mehr auf und auch der Oktober zeigte nur wenig von seiner goldenen Seite. Auch der entweder neblig trübe oder stürmische November verlief in ruhigen Bahnen. Insgesamt 32 Tiefs ließen keine längeren Schönwetterperioden zu, führten aber zumeist sehr milde Meeresluft heran. So wurde es immerhin der mildeste Herbst seit 1987, obwohl die Sonne nur 292 Stunden lang schien (normal 352). Geregnet hat es 235 mm (normal 200 mm).

Roland Hummel

WETTERRING 2000+

 

Engstingen, 11.11.2000

 

WETTERRING 2000+

 

KLIMASTATION ENGSTINGEN:

DAS WETTER IN DER VEGETATIONSZEIT 2000 (APR-OKT)

1250 STUNDEN SONNE -  585 MM REGEN -  114 REGENTAGE – 37 GEWITTER

 

EIN GUTES WACHSTUMSJAHR ZUM JAHRTAUSENDABSCHLUSS

Die Natur richtet sich derzeit langsam aber sicher auf den Winter ein. Die meisten buntgefärbten Blätter der Laubwälder sind bereits gefallen, während in Feld und Garten die letzten anstehenden Arbeiten verrichtet werden. Bis auf wenige winterharte Salate sind die Ernten eingebracht, obwohl noch einige Apfelbäume voll behangen dastehen. Wie in jedem Jahr haben die verschiedensten Großwetterlagen von April bis zum Oktober sowohl ihren positiven, als auch negativen Beitrag dazu beigesteuert.

Bereits im April lief der Frühling temperaturmäßig auf Hochtouren. Am 25.4. begann standesgemäß die flächendeckende Löwenzahnblüte in 700-750 m Seehöhe. Der Wonnemonat Mai brachte mit viel Wärme und Feuchtigkeit nahezu ideales Pflanzenwachstum. Die ansonsten gefürchteten Spätfröste (sog. Eisheilige) blieben zur Monatsmitte aus. Die leichten Bodenfröste in der letzten Maidekade konnten den abgehärteten Pflanzen nicht mehr schaden, im Obstbaumblüten-Niveau wurden ohnehin keine Frostwerte mehr gemessen. Geanu richtig folgte dann der reichliche Sonnenschein im Frühsommer. Über 3 Wochen lang zeigte sich der Juni in Höchstform. Das kräftige Sommerhoch „AXEL“ sorgte zur Heuerntezeit für trockene Böden. Ende Juni fiel der Sommer aber plötzlich in ein tiefes Loch. Auf den wärmsten Juni seit 24 Jahren folgte prompt der kühlste Juli seit 20 Jahren. Dazu regnete es an 23 Tagen und die Mienen der Landwirte verdunkelten sich von Tag zu Tag hinsichtlich der bevorstehenden Getreideertnte. Aber Petrus hatte mit den Landwirten ein Einsehen und schickte ein schönes Spätsommerwetter im August. Hoch „GERRIT“ ließ die Mähdrescher auf Hochtouren laufen. Am 27. August packte der Sommer 2000 seine Koffer und verabschiedete sich von der Alb.

Das schöne Spätsommerwetter fand im ersten Herbstmonat leider keine Fortsetzung. Die wenigen schönen und trockenen Tage wurden zur Kartoffelernte genutzt, auch wenn die Böden nicht immer völlig trocken waren. Die frostfreie Vegetationszeit hielt noch bis zum 8. Oktober an, an dem die Albhochfläche erstmals wieder sich mit einer morgentlichen Reifschicht zeigte. Obwohl der Oktober nur wenige goldene Tage aufzuweisen hatte, mußte eine rekordverdächtige Menge an Obst verarbeitet werden. Da bis zum Monatsende aber noch keine große Kälte herrschte und auch keine frühwinterliche Eskapade stattfand, hatte man genügend Zeit für die abschließenden Feld- und Gartenarbeiten. Am Erntedankfest strahlte dann so mancher mit den Kürbismonstern um die Wette.

KLIMASTATISTIK:

Die Vegetationszeit hatte heuer einen deutlichen Wärmeüberschuß. 6 von 7 Monaten waren wärmer als normal, nur der Juli hatte eine negative Abweichung. Geregnet hat es an 114 Tagen (normal 116).

Insgesamt fielen in dieser Zeit fast 600 mm Regen (normal 634 mm). Gewitter traten immerhin an 37 Tagen auf (normal 32), doch hielten sich die örtlichen Hagelfälle durch den kühlen Hochsommerabschnitt einigermaßen in Grenzen.

Roland Hummel

WETTERRING 2000+

 

KLIMASTATION ENGSTINGEN: OKTOBER  2000

Datum Mittel Maximum Minimum Sonne Niederschlag Schneehöhe

  1.  11.7   14.3    10.6     0.3     1.7         .

  2.   9.6   13.9     7.9     1.4     2.3         .

  3.   9.1   11.8     6.2     0.3      .          .

  4.  10.2   13.8     8.3     0.9      .          .

  5.  10.6   12.8     7.7     0.2     3.9         .

  6.   6.5   10.3     5.1     2.6      .          .

  7.   3.3    8.0     1.2     1.1     0.0         .

  8.   5.2   10.4    -2.8     8.2     8.0         .

  9.   5.1   10.3     1.6     2.8     2.8         .

 10.   6.2    9.9     0.4     3.2     0.3         .

 11.   7.8   10.1     1.6      .     11.5         .

 12.   8.6   11.4     6.7      .      0.0         .

 13.   9.2   12.3     6.2     2.0     0.4         .

 14.   9.7   15.2     7.1     2.0      .          .

 15.  12.6   19.8     8.1     0.8      .          .

 16.   8.3   16.7     4.1     5.6      .          .

 17.   8.7   12.4     4.8     1.4     0.4         .

 18.   8.0   10.2     3.9      .      0.3         .

 19.   9.8   11.2     7.7      .      1.7         .

 20.  10.4   14.1     8.9     1.0      .          .

 21.   8.8   17.2     5.8     5.0      .          .

 22.   8.5   14.8     3.8     5.6      .          .

 23.   9.2   16.9     5.0     5.7     2.0         .

 24.  10.7   14.9     5.2     1.6     1.0         .

 25.  12.3   15.5     7.7     2.3     1.2         .

 26.   8.2   12.9     6.9      .      2.4         .

 27.   7.1   10.4     3.8     2.4     0.2         .

 28.   8.6   16.8     1.8     5.7     0.4         .

 29.   6.8    9.1     4.8     1.6     0.2         .

 30.  10.4   14.0     2.6     0.3     3.7         .

 31.   5.6   13.9     4.8      .      5.0         .

---------------------------------------------------------

  Ø    8.6   13.1     5.1    64.0 ST 49.4 mm      .  cm

ljh Ø  7.6   12.8     3.2   124.0 ST 61.0 mm     0.1 cm

---------------------------------------------------------

 

KEIN GOLDENER OKTOBER – NUR 64 STUNDEN SONNENSCHEIN –

20 REGENTAGE – MILDESTER OKTOBER SEIT 5 JAHREN:

Insgesamt 12 Tiefdrucksysteme gestalteten das Vollherbstwetter ziemlich trüb, wolkenverhangen und oft regnerisch. Mildes und feuchtes Atlantikwetter verhinderte mit Ausnahme des 8. Oktobers zwar frostige Nächte, hingegen stiegen die Nachmittagswerte nur noch auf maximal 15-20°C an. Durch die hohe Luftfeuchte gab es tagsüber häufig einen bedeckten Himmel, nachts und frühmorgens hüllte sich die Landschaft oft in Dunst und Nebel ein. Geregnet hat es an 20 Tagen (normal 14), die Menge blieb aber mit 49.4 mm unterdurchschnittlich. Gegen Monatsende zogen die ersten Herbstturmtiefs vom Atlantik auf den europäischen Kontinent. „ORATIA“, so hieß das mit einem Kerndruck von nur 940 hpa rekordverdächtige Tief, fegte mit Spitzenböen bis zu 80 km/h zwar über die Albhochfläche, man blieb aber von stärker erwarteten Böen verschont. Mit einer Mitteltemperatur von 8.6°C (normal 7.6°C) war es der mildeste Oktober seit 5 Jahren, gleichzeitig bereits der 8. Monat in diesem Jahr mit einem Wärmeüberschuß.

Roland Hummel

WETTERRING 2000+

      

KLIMASTATION ENGSTINGEN: SEPTEMBER 2000

Datum Mittel Maximum Minimum Sonne Niederschlag

  1.   14.5   19.5    10.2     6.8     5.0

  2.   10.6   14.8     8.9     3.3     5.3                                 

  3.   10.7   13.8     8.6     3.2     1.1

  4.    9.4   12.7     6.3     2.9     3.6

  5.   10.0   14.4     8.2     3.4      .

  6.    9.8   15.2     2.8     2.8    15.0 

  7.   10.9   13.0     8.8     3.4     1.0

  8.   11.1   19.2     2.6    11.8      .

  9.   13.7   22.2     4.8    10.7      .

 10.   13.9   23.5     6.2    11.3      .

 11.   14.8   23.6     6.3    11.5      .   

 12.   16.0   24.9     6.1    10.0     0.0 

 13.   14.4   19.5    11.6     4.5     1.1

 14.   14.5   19.8     9.8     2.6      . 

 15.   15.6   23.2     9.8     6.6      . 

 16.   12.4   17.3    10.9     3.2    15.0  

 17.   10.5   12.1     9.9      .      0.5

 18.   11.9   17.1    10.0     4.1      .

 19.   12.3   18.1     4.8     9.5     0.3

 20.   12.4   18.9    10.8     2.6    36.2

 21.   10.4   11.3     9.0      .     11.8

 22.    9.6   15.3     7.0     0.8      .

 23.    9.5   12.2     3.8     0.8      .

 24.   11.0   19.5     4.5     6.5      . 

 25.   11.3   16.4     6.1     1.8     1.2

 26.   14.1   20.9    10.4     5.4      . 

 27.   13.0   21.5     6.9     6.2    20.1

 28.   14.2   22.0     9.8     8.2      .

 29.   15.3   22.4     6.1     9.6      .

 30.   12.6   14.9    10.1     0.1     4.2

---------------------------------------------

  Ø    12.3   18.0     7.7   153.6 S 121.4 mm

ljh Ø  12.0   17.8     6.9   168.0 S  66.0 mm

---------------------------------------------

 

NUR EIN SPORADISCHER ALTWEIBERSOMMER –

NASSESTER SEPTEMBER SEIT 24 JAHREN – NOCH

KEIN FRÜHFROST – SPÄTES HAGELUNWETTER:

Der sog. Altweibersommer fand heuer nur tagesweise statt.

Auf eine längere Schönwetterperiode wartete man vergeblich.

Stattdessen sorgten die ersten herbstlichen Tiefs für eine

Menge Wolken- und Regennachschub. Besonders am 20.+21.

schüttete es kräftig. Nach einer kurzen trockenen Phase mit

morgentlichem Nebel kam es für die fortgeschrittene Jahres-

zeit am 27. zu einem ungewöhnlich heftigen Unwetter mit

Hagelschlag. Am Spätnachmittag verdunkelte sich der Him-

mel. Zunächst prasselten einzelne Hagelkörner wie Kiesel-

steine hernieder, bevor ein kräftiger Platzregen einsetzte. In

der folgenden halben Stunde mischte sich immer mehr Hagel

unter den Regen. Durch die bis zu 2 cm im Durchmesser

großen Körner sah die Landschaft schon aus wie im Früh-

winter. Balkon- und Freilandpflanzen erlitten zum Teil er-

hebliche Schäden. In einem Überlaufgraben waren noch eine

Woche später die letzten Hagelkörner zu sehen !

Bodenfrost trat wie im Vorjahr im September noch nicht auf.

Mit 121.4 mm hat es soviel geregnet wie seit 1976 nicht mehr.

 

                                                  Roland Hummel

                                               WETTERRING 2000+

                                                                                                                        Engstingen, 21.09.2000

 

                               WETTERRING 2000+

 

                     KLIMASTATION ENGSTINGEN: SOMMER 2000

 

DER SOMMER 2000 WAR BESSER ALS SEIN SCHLECHTER RUF

              FAST 700 STUNDEN SONNENSCHEIN –  47 REGENTAGE

 

FRÜHSOMMER IM JUNI MIT HITZE UND VIEL SONNE – NASSES HOCHSOMMERLOCH IM JULI – SPÄTSOMMER FREUNDLICH UND WARM

 

Der Sommer 2000 war bei weitem nicht so schlecht, wie er von vielen abgestempelt wurde. Seinen schlechten Ruf verdankte die wärmste Jahreszeit durch das anhaltend kühle und nasse Juliwetter.

Dabei startete der Frühsommer im Juni mit außergewöhnlicher Hitze und viel Sonnenschein. Im wärmsten Juni seit 24 Jahren wurden 300 Stunden Sonnenschein registriert, also im Schnitt 10 Stunden pro Tag. Das Frühsommerhoch „AXEL“ sorgte über 3 Wochen lang für Bade-, Heu- und Grillpartywetter. Mit der Sonnwende fielen die Temperaturen durch eine verspätete Schafskälte plötzlich in den Keller. Postwendend folgte der kühlste Juli seit 20 Jahren. Am 8. tat sich ein ungewöhnlich langes Hochsommerloch auf. Erst ab dem 17. Juli kam die Sonne wieder vermehrt zum Vorschein, nachdem es bis dahin laufend Regentage gab. Bis in den August hinein und damit auch zum Beginn der Sommerferien und der Haupturlaubszeit konnte sich kein weiteres Hoch etablieren.

Die Rettung kam dann ab dem 10. August in Form von Spätsommerhoch „GERRIT“. Die Regenwolken wurden vertrieben und die Temperaturen kletterten tagelang über die 25°C-Sommertagsmarke. Einzelne lokale Hitzegewitter konnten das herrliche Bade- und Mähdrescherwetter nicht wesentlich stören. Den heißesten Tag des Jahres gab es am 20. August mit 30°C. Leider viel zu früh mußte der Sommer dann am 26. August seine Koffer packen. Mit einer frischen Brise zog der Frühherbst ein. Auf vielen Wiesen zeigte sich auch bereits die Herbstzeitlose.

Im September, der klimatologisch bereits zum Herbst zählt, konnte sich der Altweibersommer nur sporadisch bemerkbar machen. Zum Beginn des kalendarischen Herbstanfanges gibt es durch ein Hoch wohl die allerletzte Chance auf warme und sonnige Tage.

Die Wetterküche hat uns also folgendes Sommermenue präsentiert. Eine leckere warme Vorspeise im Juni und auch ein vorzügliches Dessert im August, hingegen als Hauptgericht im Juli eine kalte Wassersuppe mit hartem Brot. Für verwöhnte Gaumen nicht das Wunschmenue, doch niemand ist verhungert.

KLIMABILANZ: Der met. Sommer 2000 war insgesamt etwas wärmer als normal. Er war sogar minimal wärmer als der Sommer 1999, wobei dieser aber im September noch mit heißen Tagen aufwartete. Der August war heuer der wärmste Jahresmonat. Auf der Alb gab es 22 Sommertage mit Höchsttemperaturen über 25°C (normal 16). Die Sonne schien fast 700 Stunden lang, damit 70 Stunden länger wie gewöhnlich. Die Häufigkeit der Gewitter entsprach der Normalität und auch die lokalen Hitzegewitter hielten sich, nicht zuletzt durch die kühle Juliwitterung, in Grenzen. Auch die 47 Regentage entsprachen der Normaltität. Insgesamt war der Sommer 2000 mit nur 240 mm (normal 330 mm) niederschlagsärmer wie gewöhlich.   

 

                                                                                               Roland Hummel

                                                                                            WETTERRING 2000+

 

Kaum ist der Sommer vorbei, liegt die Langfristvorhersage des Berliner Uni-Wettercomputers für den nächsten Winter vor: Der Frühwinter beginnt recht früh und intensiv Mitte November. Der Hochwinter wird dagegen ziemlich mild und schneearm ausfallen.

 

         KLIMASTATION ENGSTINGEN: AUGUST 2000

 

Datum  Mittel  Maximum  Minimum  Sonne  Niederschlag

  1.  17.6   26.8      7.0   14.0      .

  2.  15.9   20.9      9.3    2.2     4.1

  3.  13.3   18.3      8.1    3.0     9.2

  4.  12.9   17.5      8.8    3.2     0.4

  5.  12.6   13.2     10.2     .      3.2

  6.  13.2   16.9     11.8    0.8     2.5

  7.  13.2   18.3      8.3    2.3     0.1

  8.  15.4   20.3     10.2    1.6     1.1

  9.  16.5   21.9     11.1    6.7      .

 10.  17.1   24.8      9.4   12.5      .

 11.  17.7   26.0     10.2   12.1      . 

 12.  17.7   26.5      9.1   12.8      .

 13.  19.0   26.3     11.0   11.9      .

 14.  19.1   28.1     10.8   10.9      .

 15.  18.6   25.5     10.2    7.5     0.0

 16.  18.1   26.2     11.8   11.4      . 

 17.  18.7   26.1      9.8    6.8    12.6

 18.  16.9   21.9     13.0    2.8     0.5

 19.  19.4   27.9     12.1    9.3     0.6

 20.  21.8   30.2     13.3   10.6     4.2

 21.  15.4   19.3     13.3    2.2    20.7

 22.  14.0   19.6     11.5    6.7      .

 23.  14.9   23.0      6.0   12.0      .

 24.  15.8   26.1      7.9   12.6      .

 25.  15.2   23.7      7.6   12.4      .

 26.  18.4   25.0     10.8   12.2      .

 27.  14.5   17.0     10.5    0.1     5.2

 28.  13.5   18.5     10.0    7.0      .

 29.  13.6   19.9      6.9    5.6      .

 30.  14.8   21.0      7.3    4.9    10.5

 31.  13.5   16.0     11.9     .      1.3

--------------------------------------------

  Ø   16.1   22.3     10.0  218.1 S  76.2 mm

ljh Ø 15.1   20.7      9.6  204.0 S 106.0 mm

--------------------------------------------

AUGUST WAR DER WÄRMSTE JAHRESMONAT –

12 SOMMERTAGE – DER SOMMER ENDETE AM 26.

HOCH GERRIT MIT SONNIGEM SPÄTSOMMER:

Dem kühlen und regnerischen Hochsommer folgte ein warmer,

sonniger und trockener Spätsommer. Dabei befand sich der

Sommer in der ersten Augustdekade immer noch in einem

nassen Loch. Das Spätsommerhoch „GERRIT“ vertrieb dann

aber die Regenwolken und ließ die Temperaturen in der Folge-

zeit kräftig ansteigen. Bei reichlich Sonnenschein und Tages-

temperaturen zwischen 25° und 30°C herrschte ideales Bade-

und Grillpartywetter, während die Mähdrescher bis in die

Abendstunden ihre Arbeit verrichten konnten. Bis zum 26.

konnte sich der Sommer noch behaupten, bevor er die Koffer

packte und aus der Region verschwand. Am 27. zog standes-

gemäß der Frühherbst mit einer frischen Brise auf der Alb ein.

Auch die frühe Herbstzeitlosenblüte zeigte recht deutlich den

Jahreszeitenwechsel an.

Mit einer Mitteltemperatur von 16.1°C war der August der

wärmste Jahresmonat (Juni: 15.5°C). Es wurden immerhin

12 Sommertage mit Werten über 25°C notiert (normal 6).

 

                                                             Roland Hummel

                                                           WETTERRING 2000+

             KLIMASTATION ENGSTINGEN: JULI 2000

 

Datum  Mittel  Maximum  Minimum  Sonne  Niederschlag

  1.  18.0    25.0     7.0   10.2     1.2

  2.  20.4    27.3    14.2   10.8     5.7

  3.  16.4    20.5    15.3    2.7     3.0

  4.  14.9    20.4    12.8    5.4     5.7

  5.  14.3    20.1     9.4    8.6     0.0

  6.  17.0    23.7     6.8   13.8     3.8

  7.  16.1    24.7    11.8    5.5    15.4

  8.   9.6    14.2     8.8    1.8     3.1

  9.  10.9    13.2     7.4    0.4     4.8

 10.  13.5    16.2    10.6    0.5     5.2

 11.  11.4    16.0     9.8    4.3     2.0

 12.   9.6    14.0     8.1    2.6     0.1

 13.  10.5    13.8     2.9     .      4.4

 14.  10.0    12.0     9.0    0.4    12.6

 15.   8.2    11.9     7.6    2.6     9.5

 16.   8.0    12.5     6.0    2.2     6.2

 17.  11.2    17.0     4.1    8.2      .

 18.  12.7    18.8     3.8    9.0      .

 19.  12.6    16.8     9.3    9.6     0.0

 20.  13.4    18.1     6.6    9.3      .

 21.  13.9    20.5     7.4   12.9      .

 22.  14.6    21.6     4.6   13.5      .

 23.  15.3    20.0     7.8    0.8     3.8

 24.  16.2    21.8    12.8    3.3     2.0

 25.  16.2    21.5    11.1    8.7     2.4

 26.  14.8    20.9    11.2    9.0     4.5

 27.  16.6    22.4     7.8    6.1    15.7

 28.  13.0    16.7    11.5    2.5    13.0

 29.  13.0    16.8    10.1    3.0     1.2

 30.  13.4    19.0    10.7    3.5     0.8

 31.  15.0    22.3     5.6   12.8      . 

--------------------------------------------

  Ø   13.6    18.7     8.8  184.0 S 126.1 mm

ljh Ø 15.7    20.9     9.8  220.0 S  93.0 mm

--------------------------------------------

DER SOMMER FIEL IN EIN TIEFES LOCHKÜHLSTER

JULI SEIT 20 JAHREN -  23 REGENTAGE – 14 TIEFS:

Eine rege Tiefdrucktätigkeit vermieste mit tagelangem Regen-

wetter gründlich die im Juni geweckten Hoffnungen auf einen

richtigen Sommer. Dabei war die erste Juliwoche recht

sonnig und die Nachmittagstemperaturen stiegen bis auf

27.3°C am 2. an. Am 8. tat sich dann ein großes Sommer-

loch auf. Die Temperaturen purzelten weit in den Keller und

erreichten selbst tagsüber nur Werte von 12-15°C. Am 13.

wurde in der Frühe nur noch 0.8°C knapp über dem Erdboden

gemessen. Bis zur Monatsmitte gab es keinen einzigen Tag

ohne Regen. Nur vom 17.-23. blieb es trocken. Die Tempe-

raturen schafften jedoch kaum die 20°-Marke. Auch in der

letzten regnerischen Juliwoche gelang dem Hochsommer

keine Rückkehr.

                                                           Roland Hummel

 

             KLIMASTATION ENGSTINGEN: JUNI 2000

 

Datum  Mittel  Maximum  Minimum  Sonne  Niederschlag

  1.  13.4    21.2     2.7    9.3      .

  2.  18.6    25.8     7.3   10.3      .

  3.  19.6    27.9     8.9   11.1     0.0

  4.  19.0    25.3    12.7    9.1     0.0

  5.  16.4    24.3    12.4    6.9    11.8

  6.  10.4    14.3    10.0     .      7.1

  7.  10.6    15.9     7.9   11.5      .

  8.  15.4    20.9     2.9   14.5      .

  9.  19.2    27.1     7.7   13.6      .

 10.  20.8    24.7    10.8   12.3      .

 11.  16.4    20.5    11.5    1.6     1.5

 12.  15.6    20.9    10.7   13.1      .

 13.  19.3    24.6     9.4   11.8     0.8

 14.  16.9    24.0    13.8    6.9    12.0

 15.  15.7    20.2    13.1    4.7     0.7

 16.  11.2    16.3     8.9   12.0      .

 17.  11.8    18.6     2.3   15.0      .

 18.  16.7    25.0     2.4   15.0      .

 19.  19.5    28.3     6.8   15.1      .  

 20.  21.2    29.7     9.8   14.7      .

 21.  21.5    29.1    12.2   12.7      .

 22.  17.4    23.1    11.4    5.3     1.0

 23.  14.1    17.6    12.5    6.9     0.0

 24.  11.1    14.5     6.8    0.2     4.4

 25.  10.2    13.2     7.3    1.3     0.7

 26.   9.6    14.6     6.4    9.2      .

 27.  10.7    17.4    -0.3   13.6      . 

 28.  13.1    18.9     1.6    7.9      .

 29.  12.8    19.7     5.5   12.1      .

 30.  15.4    21.1     5.6   13.3      .

----------------------------------------------

 Ø    15.5    21.5     8.0  291.0 ST  40.0 mm

ljh.Ø   13.6    18.6     8.0  204.0 ST 120.0 mm

----------------------------------------------

WÄRMSTER, SONNIGSTER UND TROCKENSTER JUNI

SEIT 24 JAHREN – HITZEWELLEN UND SPÄTFROST:

Seit 1976 gab es keinen juni mehr, der so warm, sonnig und

trocken war. Über 3 Wochen lang zeigte sich der Frühsommer

in Höchstform. Das kräftige Sommerhoch „AXEL“ sorgte tags-

über für Badewetter, abends für Grillpartyvergnügen. Die Heu-

ernte konnte zur Monatsmitte auf trockenen Böden eingebracht

werden. Hitzegewitter mit Platzregen hielten sich in Engstingen

in Grenzen. Mit der Sommersonnwende wendete sich aber die

Temperaturkurve plötzlich steil nach unten. Am 27., dem Sieben-

schläfertag, gab es in der Frühe sogar Bodenfrost von –2°C. In

den Feldern und Gärten traten einige Frostschäden auf.

Dennoch war der Juni um über 2° wärmer als normal. Mit 291

Stunden Sonnenschein war es der sonnigste Monat seit Mai

1990. Im ansonsten regenreichsten Jahresmonat wurde mit

40 mm nur ein Drittel der normalen Regenmenge registriert.

Die erste Jahreshälfte 2000 war außergewöhnlich warm. Mit

Ausnahme des Januars hatten alle monate einen deutlichen

Temperaturüberschuß. Die Nässe des Frühjahrs wurde durch

den sehr trockenen Frühsommer nahezu wieder ausgeglichen.

 

                                                                        Roland Hummel

                                                                                                                    Engstingen, 23.06.2000

 

                                WETTERRING 2000+

 

                 KLIMASTATION ENGSTINGEN: FRÜHLING 2000

 

WÄRMSTER FRÜHLING SEIT 19 JAHREN – HOCHSOMMER BEREITS IM MAI

 

Der Lenz zeigte heuer oft seine heiße Schokoladenseite. Das bedeutete reichlich Wärme, viel Sonnenschein und trotzdem genug Nässe für die Vegetation. Nimmt man den meteorologischen Zeitabschnitt (Mrz+Apr+Mai), so war es der wärmste Frühling seit 19 Jahren. Rechnet man noch die sehr warmen Juni-Tage bis zum kalendarischen Sommeranfang dazu, so war es das wärmste Frühjahr seit mindestens 50 Jahren. 

Dabei startete der Frühling im März mit einem typisch wechselhaften Aprilwetter. Doch bereits im April wurden die Weichen auf Frühsommerwetter gestellt. Im drittwärmsten April seit 40 Jahren konnte sogar der Osterhase im T-Shirt beobachtet werden. Schon am 10. Mai war für die Temperaturen die Sommertagsmarke von 25°C kein Hindernis mehr. Zur Freude der Gärtner und Landwirte war auch in der Folgezeit von den sog. Eisheiligen keine Spur zu sehen. In der feuchtwarmen Subtopikluft gab es hingegen besonders viele Gewitter und Platzregen. Ende Mai war die Vegetation ihrer normalen Zeit

ca. 2-3 Wochen im voraus. Statt wie erwartet feucht und kühl lief der Frühsommer im Juni bereits zur Höchstform auf. Zur Zeit der Sommersonnwende stieg das Quecksilber auf 29-30°C an. In den letzten

20 Jahren war es zu dieser Zeit nur einmal noch etwas heißer. Am 21. Juni 1998 wurden 30.1° registriert.

Der met. Frühling 2000 war fast 2° wärmer als normal. Es fielen 305 mm (125 %). Die Sonne schien während 450 Stunden (normal 475). Bis zum kalendarischen Frühlingsende wurden zudem noch 221 Juni-Stunden registriert (normal 140).

Ob der Hochsommer nun vollends durchstartet oder ob doch noch die erwartete kühle Monsunwetterlage eintritt, wird die kommende Siebenschläfer-Woche zeigen.

 

                                                                                                              Roland Hummel

                    KLIMASTATION ENGSTINGEN: MAI 2000

 

Datum Mittel Maximum Minimum Sonne Niederschlag Schneehöhe

  1.  11.9   15.8    7.2    2.1     0.3        .

  2.  13.6   19.6    4.5   11.1     1.6        .

  3.  11.6   18.4    6.2    4.1     5.0        .

  4.  11.0   18.5    8.0    5.6     2.8        .

  5.  12.8   20.0    5.0    7.1     0.7        .

  6.  13.6   21.6    7.8    8.6     0.2        .

  7.  13.2   21.1    5.2    4.1     0.3        .

  8.  13.1   19.8    6.0    3.8     0.0        .

  9.  15.0   23.4    6.0   11.3      .         .  

 10.  17.0   25.1    7.1   11.1      .         . 

 11.  18.4   24.7   11.3    8.5     6.7        .

 12.  13.2   15.5   12.3     .     20.8        .

 13.  14.6   20.0   11.6    6.6     0.0        .

 14.  13.5   21.0    4.7   13.3      .         .

 15.  15.8   23.8    3.6   13.9      .         .

 16.  14.8   24.4    6.8    9.0     3.2        .

 17.  15.3   21.5    9.2    8.5     6.3        .

 18.  10.4   13.4    9.0    2.7     0.8        .

 19.   8.4   11.7    5.8    4.1     2.2        .

 20.   5.7   10.8    3.0    6.3     0.9        .

 21.   9.5   14.6   -0.6    5.4     6.2        .

 22.   7.8   11.0    5.7    1.8     0.1        .

 23.  10.1   16.3    2.7    7.1      .         .

 24.  13.7   20.7    3.0   12.8      .         .

 25.  13.5   17.9    6.2    0.3     0.0        . 

 26.  15.4   20.0    6.1    5.4     6.0        .

 27.   8.9   15.0    7.5    3.5     2.5        .

 28.   9.6   16.5    2.2    0.5     6.3        .

 29.   8.7   11.6    4.8    5.0     1.7        .  

 30.   8.6   12.7    0.4    2.3    57.7        .

 31.   7.8   11.5    6.2    2.3     2.0        .

------------------------------------------------------

 Ø    12.1   18.0    6.0  188.2 S 134.3 mm     .  cm  

ljh.Ø   10.4   15.4    5.0  200.0 S 103.0 mm    0.0 cm

------------------------------------------------------

 WONNEMONAT MIT FRÜHSOMMERWETTER – VIELE GEWITTER:

 Verkehrte Wetterwelt im Mai. In der ersten Monatshälfte war es so warm

 wie im Juni, während die Temperaturen im letzten Drittel eher dem April

 entsprachen. Subtropische Warmluftmassen bestimmten über 2 Wochen

 den Wetterablauf. Fast jeden Tag bildeten sich mächtige Quellwolken,

 die sich besonders nachmittags und abends in Gewittern entluden. Am

 10. Mai, so früh wie schon lange nicht mehr, wurde erstmals in diesem

 Jahr die Sommertagsmarke von 25° erreicht. Stand der Hochsommer

 nun bereits bevor? Nein, ganz im Gegenteil, denn mit dem für die Jahres-

 zeit deutlich zu warmen Witterungsabschnitt war es bereits am 18. wieder

 vorbei. Am 21. gab sogar Väterchen Frost nochmals seine ungeliebte

 Visitenkarte ab. Am Monatsende wartete das Tief „HEIKE“ noch mit

 einem nassen Superlativ auf. 18 Stunden lang prasselte es unaufhörlich.

 Obwohl kein Gewitter auftrat wurde eine stolze Regenmenge von fast

 60 mm gemessen, damit mehr als die Hälfte der normalen Maimenge.

 Mit einem Monatsmittel von 12.1°C war der Mai 2000 um fast 2° wärmer

 als üblich, hatte mit 188 Stunden Sonnenschein durch die vielen Quell-

 wolken aber ein kleines Defizit. Es regnete an immerhin 22 Tagen (normal

 18 Tage) mit einer Gesamtsumme von 134.3 mm (130 %). Rekordver-

 dächtig hoch war die Anzahl der Gewittertage: 12.

 

                                                                       Roland Hummel

 

                         

                 KLIMASTATION ENGSTINGEN: APRIL 2000

 

Datum Mittel Maximum Minimum Sonne Niederschlag Schneehöhe

 1.   1.6    7.5    -1.2    2.7     2.0*       R

 2.   6.1   12.3    -3.7   10.3      .         .

 3.  10.0   17.7     0.0    5.8     0.0        .

 4.   7.0   15.1     2.2    5.9     0.0        .

 5.   4.6    9.7     3.0    0.1    11.8*       .

 6.   0.3    4.2    -1.0    5.5      .         0

 7.   1.4    9.4    -6.9   11.5      .         .

 8.   5.9   12.4    -5.1   10.4      .         .

 9.   6.2   13.1    -0.6    7.8      .         .

10.   6.4   12.8    -0.5    8.1     0.1        .

11.   6.6   10.3     2.4    2.2     8.2        .

12.   4.8    8.3     3.2    4.8     3.1        .

13.   4.0    6.9     1.3    0.8     2.9        .

14.   8.0   15.8     4.2    6.4      .         .

15.   5.6   10.4     4.0    0.8     2.5        .

16.   8.2   13.9    -2.0    4.7      .         .

17.   7.7    9.4     5.0     .      0.1        .

18.   7.6    9.9     4.6     .       .         .

19.   9.9   14.8     5.2    3.2     0.0        .

20.   9.9   18.2     0.6   11.7      .         .

21.  14.4   21.4     3.2    7.3      .         .

22.  14.3   24.2     4.3    9.2      .         .

23.  13.2   19.3     6.2    3.2     7.9        .

24.   7.2   11.0     6.4    0.1     0.8        .

25.   9.3   16.9     1.2   10.4      .         .

26.  15.3   22.2     3.1   10.2      .         .

27.  13.8   18.4     5.8    0.4      .         .

28.  15.4   23.0     4.6    7.4      .         .

29.  11.9   15.0    10.1    1.2      .         .

30.  12.7   17.4    10.0    3.9      .         .

------------------------------------------------------

 Ø    8.3   14.0     2.3  156.0 ST  39.4 mm    0.0 cm

ljh.Ø   5.9   10.6     1.2  156.0 ST  85.0 mm    1.0 cm

------------------------------------------------------

 MAIWETTER IM APRIL – FRÜHSOMMERLICHE WÄRME UND

 TROCKENHEIT- DRITTWÄRMSTER APRIL SEIT 40 JAHREN –

 POLARLICHTER – SAHARALUFT – MAIKÄFERFLUG: Nachdem der

 März bereits einen typischen Aprilcharakter hatte, ließ sich der April nicht

 lange bitten und wartete entsprechend mit einem Maiwetter auf. In der

 ersten Dekade waren die Nächte noch frostig kalt. In der kältesten April-

 nacht konnte man nach langer Zeit wieder einmal Polarlichter beobachten.

 Kälte und Polarlichter verschwanden aber rasch und machten einer für die

 Jahreszeit außergewöhnlichen Erwärmung Platz. Besonders das Tief

 „VIRGINIA“ setzte eine richtige Warmluftpumpe ein.

 Aus Nordafrika wurde trockene und warme Luft zu uns transportiert. Der

 Himmel war durch Schleierwolken, vielleicht auch durch den erhöhten

 Staubanteil, zeitwelig milchig trüb. Dennoch stiegen die Nachmittagswerte

 mühelos über die 20°-Marke und erreichten am 22. (Ostersamstag) mit

 24.2°C fast einen richtigen Sommertag. Eine sehr ähnliche Großwetter-

 lage gab es auch Ende April 1993. Die Vegetation profitierte von der

 Wärme. Die flächendeckende Löwenzahnblüte trat am 25. April ein, etwa

 4 Tage früher wie gewöhnlich. Am 29. starteten einige Maikäfer ihre

 abendlichen Rundflüge, ungewöhnlich früh für Albverhältnisse. Nach 1961

 und 1993 war es der drittwärmste April seit 40 Jahren.

 

                                                                                  Roland Hummel

                         

 

                 KLIMASTATION ENGSTINGEN: MÄRZ 2000

 

Datum Mittel Maximum Minimum Sonne Niederschlag Schneehöhe

 1.   2.0    5.1     0.1    0.2     5.7*       .

 2.   0.2    2.0    -1.3    3.4     0.3*       4

 3.   3.2    5.5     0.0     .      6.5*       R

 4.  –0.2    4.3    -2.1    3.7     3.0*       1

 5.  –2.0    2.0    -5.8    6.4     0.2*       4

 6.  –0.4    8.2    -6.7   10.4      .         R

 7.   4.3   10.7    -5.1   10.1      .         R

 8.   7.6    9.7     5.3    0.6     3.0        .

 9.   8.8   13.0     7.0    2.2     4.2        .

10.   6.6    8.2     5.1    0.4     0.0        .

11.   6.2    9.7     4.8    0.7     0.4        .

12.   2.9    9.0    -0.2    8.5      .         .

13.   2.3   11.0    -4.5    9.8     1.0        .

14.   6.0    9.0    -0.8    0.2    10.1*       .

15.   1.0    6.1    -1.9    4.8     4.2*       2

16.   2.3    3.4    -0.5     .      8.4*       4

17.   4.1    4.3     3.4     .     31.5        .

18.   2.8    4.3     2.2     .     11.7        .

19.   1.6    3.5     0.5    0.3     2.8        .

20.  –1.5    6.3    -4.5    6.4      .         .

21.   3.0   12.3    -3.4    9.3      .         .

22.   3.9   15.1    -3.1   11.1      .         .

23.   8.7   15.9    -2.0    3.9     0.1        .

24.   7.2   13.2     2.7    0.9     0.1        .

25.   4.8   12.4     1.4    3.6      .         .

26.   3.8    6.0     0.0     .      3.0*       .

27.   2.1    3.0     0.8     .      4.6*       .

28.   2.6    7.0     0.9    0.9      .         .

29.   1.8    5.0     0.5     .     18.6*       .

30.   1.0    1.5    -0.1     .     11.4*      13

31.   2.2    9.1    -0.4    6.5      .         7

------------------------------------------------------

 Ø    3.2    7.6    -0.2  104.3 ST 130.9 mm    1.1 cm

ljh.Ø   2.0    6.5    -2.1  120.0 ST  60.0 mm    8.7 cm

------------------------------------------------------

MILDER FRÜHLINGSBEGINN MIT SEHR VIEL NÄSSE – APRILWETTER

BEREITS IM VORAUS – KEIN STARKFROST – 12 TIEFS – 4 HOCHS:

Durch die zahlenmäßige Überlegenheit der Tiefs war nahezu der gesamte

Monat von ständig wechselnden und meist unbeständigen Wetterlagen ge-

prägt. Das milde Spätwinterwetter ging zunächst fast nahtlos in den Vorfrüh-

ling über. Zwar gab es in der ersten Monatshälfte noch einige Tage mit etwas

Neuschnee, der aber bald wieder wegtaute. In den ersten 19 Tagen des

März war es nur an 3 Tagen trocken. Vom 16.-18. prasselte fast schon die

gesamte normale Monatsmenge hernieder. Nur zur Zeit des kalendarischen

Frühlingsanfanges gab es einige sonnige Tage mit Temperaturen über 15°C.

Am Monatsende meldete sich der Spätwinter in Form von Schneetief

„MANON“ noch einmal zurück. Nach einem 15-stündigen Dauerschneefall

wuchs die Schneedecke kurzzeitig bis auf 15 cm an. Letztmals wurde an der

Klimastation vor 20 Jahren eine solche Menge zu diesem Zeitpunkt gemessen.

Der März 2000 war um mehr als 1° milder als normal. Die Sonne schien aber

nur 104 Stunden anstatt 120 Stunden. Mit einer Niederschlagsmenge  von

131 mm (normal 60 mm) war es der nasseste Lenzbeginn seit 12 Jahren.

 

                                                                                     Roland Hummel  

         KLIMASTATION ENGSTINGEN: FEBRUAR 2000

 

Datum Mittel Maximum Minimum Sonne Niederschlag Schneehöhe

  1.  4.6    12.7   - 2.5   8.5      .         .

  2.  4.5     7.9     1.2    .      5.0        .

  3.  1.8     4.9     1.0   0.3     0.0*       .

  4.  1.4     5.7   - 4.0   6.8     5.8        .

  5.  3.8    11.7     1.0   4.1      .         .

  6.  3.3    11.3   - 0.5   1.4     0.0        .

  7.  4.8     7.6   - 0.3   1.7     0.0        .

  8.  7.9    10.0     4.1   1.1     6.2        .

  9.  1.0     8.3   - 0.5   2.4     8.0*       .

 10.  2.2     7.0   - 3.9   7.2     6.2*       8

 11. –1.6     5.1   - 3.5   0.1     0.0*       4

 12. –1.2     0.8   - 6.5   1.5     0.5*       R

 13.  1.7     5.0   - 1.2   0.2     7.6*       0

 14.  0.8     4.5   - 3.7   6.8     6.7        2

 15.  4.2     6.3     0.9   0.8    12.5*       .

 16.  0.1     4.1   - 1.9   2.2     5.0*       0

 17. –1.7     0.1   - 4.2   3.6     1.2*       6

 18.  1.1     4.0   - 3.7    .      7.5*       6

 19.  1.0     3.3     0.4    .     13.8*       3

 20. –3.1     0.4   - 4.5    .      4.0*       8

 21. –5.7     0.4   -11.1   2.3     0.8*      11

 22. –3.0     3.8   -10.5   7.9      .        10

 23. –0.4     3.3   - 7.6   0.5      .         9

 24.  1.4     4.1   - 0.9    .      3.1*       8

 25.  3.8     7.7     1.7    .      4.6        3

 26.  2.0     6.6   - 1.7   2.5     0.7        R

 27.  2.9    10.4   - 1.5   7.1      .         .

 28.  9.6    15.7     0.6   8.5     3.1        .

 29.  4.8    10.3     3.0    .      7.2        .

 ----------------------------------------------------

  Ø   1.8     6.3   - 2.1  77.5 ST 109.5 mm   2.7 cm

 ljh.Ø –1.0     3.0   - 4.7  68.0 ST  57.0 mm  12.9 cm

 ----------------------------------------------------

 NASSES UND MILDES WINTERENDE- VIEL WIND – WENIG SCHNEE

 3 HOCHS – 16 TIEFS – VIELE WETTERWECHSEL: Auch im letzten

 Wintermonat konnte sich kein stabiles Hoch aufbauen. Fast wie im April

 waren daher ständige Wetterwechsel an der Tagesordnung. Zwar gab es

 noch zwei kleinere winterliche Phasen, doch war der Frühling kaum mehr

 zu bremsen. Bereits im ersten Monatsdrittel stiegen die Nachmittagswerte

 häufig über die 10°-Marke an. Schmuddelwetter mit viel Wind reihte sich

 vom 8.-21. an. Am 21. lagen in der Frühe 11 cm Schnee bei einer Tempe-

 ratur von –11°C Doch bereits wenige Tage später leistete die atlantische

 Wärmepumpe ganze Arbeit. Die Wintersportler mußten ihre Utensilien als-

 bald wieder einpacken. Bei 8.5 Stunden Sonnenschein stieg das Thermo-

 meter am 28. bis auf 15.7°C im Schatten an. Nicht nur die heuer recht

 frühzeitig zurückgekehrten Zugvögel genossen sichtlich zufrieden das

 strahlende Frühlingswetter. Doch fast wie den ganzen Monat hindurch,

 handelte es sich bei dem schönen Wetter wieder nur um eine Eintags-

 fliege. Am Schaltjahrtag wurde kein Sonnenstrahl mehr registriert, dafür

 aber der 20. Regentag des Monats.

 Mit einer Mitteltemperatur von 1.8°C (normal –1.0°) war der Februar heuer

 der wärmste Wintermonat. Es gab keinen einzigen Tag mehr mit Dauerfrost.

 Mit 110 mm Niederschlag fiel fast das Doppelte von der normalen Menge.

 Die Spätwintersonne schien dennoch mit 78 Stunden um fast 10 Stunden

 länger wie üblich. Der meteorologische Winter 1999/2000 (Dez+Jan+Feb)

 war deutlich milder als normal, hatte wieder weniger Schnee wie üblich

 und war gleichzeitig einer der nassesten der letzten 100 Jahre.

                                                                             Roland Hummel

                                                                           WETTERRING 2000+

 

 

         KLIMASTATION ENGSTINGEN: JANUAR 2000

 

       Datum Mittel Maximum Minimum Sonne Niederschlag Schneehöhe

     1.   0.6    1.8    - 3.2   .       2.7*      27

     2.  –1.1    1.7    - 2.8  0.6       .        18

     3.  –3.0   -0.8    - 8.6  0.2       .        17

     4.   0.0    1.5    - 4.4   .       1.1       17

     5.   0.9    5.8    - 0.4  1.7       .        15

     6.  –0.2    1.1    - 2.0  0.5      0.2       12

     7.   0.8    1.9    - 0.6   .       0.0       11

     8.   1.6    4.5    - 0.5  5.1      3.7       11

     9.   1.4    2.6    - 0.3   .       7.0*       7

    10.  –0.3    1.2    - 0.8   .       3.7*       7

    11.  –1.9   -0.8    - 2.8   .        .         9

    12.  –4.4   -2.8    - 4.9   .        .         9

    13.  –3.0   -0.7    - 5.1  0.2       .         9

    14.  –4.9    1.8    - 7.9  5.6       .         9

    15.  –5.4    1.4    -12.7  7.9      0.0*       9

    16.  –4.8   -1.9    - 9.0  0.4      0.2*       9

    17.   0.5    1.2    - 7.0   .       0.8*       9

    18.   0.7    1.9      0.3   .       3.6        7

    19.  –1.7    0.3    - 3.2  3.3      0.8*       4

    20.  –1.4    0.2    - 3.1  1.4      1.0        6

    21.  –0.5    0.1    - 1.8   .       7.2        7

    22.  –0.6    0.2    - 1.1   .       5.2*      10

    23.  –3.3   -0.4    - 5.7   .      16.5*      15

    24. –15.8   -5.7    -21.5  7.0      0.0*      25

    25. –18.5   -6.3    -25.6  8.1       .        24

    26. –14.3   -1.4    -23.2  8.4       .        23

    27. –10.3    1.5    -18.8  8.4       .        22

    28.  –3.1    3.3    -16.3  5.5       .        21

    29.   3.8    5.4    - 3.4   .       4.8       20

    30.   6.5    7.7      5.1   .       3.0        2

    31.   4.0    6.9      1.5  0.1      0.0        R

    -----------------------------------------------------

     Ø   -2.5    1.1    - 6.1 64.4 ST  61.5 mm   12.5 cm

   ljh Ø  –2.1    1.3    - 5.7 44.0 ST  60.0 mm   13.1 cm

    -----------------------------------------------------

    WILDE HILDE MIT SCHNEE UND REKORDKÄLTE – VON DER

        REKORDKÄLTE BIS ZUM FRÜHLINGSERWACHEN:  Während vor

        einem Jahr der Januar eher frühlingshaft mild war, dominierten heuer

        Kälte und Schnee. Das winterliche Wetter zeigte sich besonders in der

        ersten Monatshälfte durch viele Wolken, Nebel und überfrierender Nässe

        von seiner unangenehmsten Seite. Doch dann überschlugen sich ur-

        plötzlich die Wetterereignisse. Die „wilde Hilde“, ein isländisches Sturm-

        tief fegte mit ihren Schneewolken über die Albhochfläche und hinterließ

        wieder eine tief verschneite Winterlandschaft.  Nach den Schneeräum-

        arbeiten schlugen die Herzen des Skiliftbetreibers und der Wintersportler

        wieder deutlich höher. Die sternenklaren Nächte wurden jedoch wie er-

        wartet bitterkalt. Rekordkälte seit 13 Jahren gab es am 25. mit –25.6°C

        in der Wetterhütte und sogar –29.0°C wurden knapp über der Schnee-

        decke in den Frühstunden gemessen. (-35.0°C an der Wetterstation im

        Gr. Rinnental zwischen Engstingen und Sonnenbühl, nahe der Bären-

        höhle). Bei völliger Windstille und trockener Luft war der Rekordkälte

        aber sehr gut zu trotzen. Tagsüber zeigte sich die sonnenüberflutete

        Landschaft im allerbesten Panorama- und Bilderbuchwetter. Doch das

        herrliche Hochwinterwetter war bereits vorprogrammiert. Aus Westen

        brausten nun die atlantischen Tiefs „Johanna“, „KERSTIN“ und „LIANE“

        mit Frühlingsluft heran und jagten den Winter mit einigen kräftigen Re-

        gengüssen davon. Innerhalb von nur 48 Stunden war es durch die

        Schneefresser nahezu wieder schneefrei.

                                                                                      Roland Hummel         

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wetterring 2000+   Churstraße 32    72829 Engstingen    Tel. 07129 / 7147   Fax 07129 /  932045